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 Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad! 
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Beitrag Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Leute, es ist soweit!

Heute morgen war ich, obwohl ich ja frei habe, viel schneller als sonst. Schneller gewaschen, schneller angezogen, schneller gekämmt und Hunger verspürte ich nichtmal auf das Diätfrühstück (ich sag nur: das neue Motorrad ist jetzt doch satte 3 kg leichter und hat 91 PS mehr) und sah mich gezwungen, auch da noch die Hälfte der Portion abzugeben. Kein Wunder. Ich hatte mir ja auch sofort die Hose, worin ich die längsten Beine habe und die Höherlegungs-Daytonas angezogen. Mir war ziemlich warm. Also nur ein Rollkragen T-Shirt. Das Futter nach dem Waschen in die Jacke wieder reinzuknöpfen hätte definitiv den straffen Zeitplan durcheinander gebracht. Das geht auch ohne. Bin ja kein Weichei!

Wohin mit dem Helm? Wohin mit dem Fotoapparat?? Ohje. Meine Nase läuft... Also am besten, ich packe alles in diesen Shark-Beutel. Aaargh: Wo ist meine Geldkarte? Und der Fahrradschlüssel??

Ich polterte die vielen Stufen bis zum Erdgeschoss hinunter. Diese Daytonas sind noch lauter als die Alpine Stars. Tür auf. Helm - Mist. Vielleicht besser aufsetzen?? Und wohin mit dem Nummernschild?? Also das Nummernschild hält auf dem Gepäckträger. Der Shark-Beutel, den kann man mit dem langen Band einfach um den Fahrradlenker wickeln. Um mich herum war wieder Bombenabwurfzone von meinen Freunden, den Kohlmeisen.

Nun aber rauf aufs Fahrrad und schnell bis zur Straßenbahnhaltestelle. Ach Du Schande. Das ist heute nicht mein Tag. Was sind dass denn für Schuhe??? Zum Glück lies sich keiner der Nachbarn blicken. Die dachten bei meinem Fahrstil doch ganz sicher, heute hätte ich mal was alkoholisches getrunken...

Vorsichtig bei Grün die gefährliche Kreuzung zur Straßenbahn passiert - nicht dass ich mir noch ´nen Bänderriss hole beim Rüberlaufen. Fahrrad angekettet. Nummernschild vom Kohlmeisenbömbchen befreit. Jetzt noch eine Fahrkarte. Mein Gott! 2,50 Euro. Die nehmen es von den Lebendigen.

Am Kröpke (die größte unterirdische Straßenbahn-Haltestelle und oben drüber Wahrzeichen der Stadt) bauen sie immer noch was um, aber ich konnte mich zum Glück noch an das Ziel erinnern, was auf der Straßenbahn vermerkt sein muss. Die Fahrt dauerte viel, viel, viel zu lange. Ganz ruhig bleiben. - Ruhig?!?!

An der Zielhaltestelle orientierte ich mich, was die Tankstellen an dieser Straße angeht :freu1: Natürlich gab es auch wieder Baustellen und ich hasse diese Straße stadteinwärts, weil man mitbekommen muss, ab wann man sich die Straße mit der Straßenbahn teilt. Aber da war sowieso alles dichtgemacht mit Schildern. Ah. Da vorne. Das ist dann wohl die einzige Tankstelle, die man von hier aus überhaupt ohne größere Komplikationen anfahren kann, denn ich wollte anschließend sofort raus aus der Stadt und in Richtung meiner Winterstrecken im Norden von Hannover. Die Tanken liegen aber entgegengesetzt.

Der Händler war höchst überrascht, mich nach langer Zeit doch noch mal zu sehen. Erstmal musste er einen Chopper und zwei Großroller wegschieben. Ich konnte meine Gixxer gar nicht sehen hinter dem ganzen Gedöns. Aber dann kam sie doch noch zum Vorschein und hatte schon reichlich Staub angesezt (kein Witz!).

Ich fing an, unbemerkt zu meditieren :hurra3: Wie ich schon vermutet hatte, hatte er wirklich kein Tankpad aufgeklebt. Bei Suzuis geht das auch wohl schlecht. Das komplette Motorrad strotzt vor kunterbunten Warnschildern - auch da, wo man normalerweise ein Tankpad hinklebt. Es sieht scheußlich aus und sie sind nicht ab zu bekommen wie ich bereits festgestellt habe.

Gnädigerweise schob er das Motorrad schonmal raus und während ich mich an den Anblick gewöhnen konnte, fertigte er Kundschaft ab.

Mensch, was für ein imposanter Kofferraum! Und der geht auch noch ganz einfach auf un zu. Viel besser als bei der kleinen Ninja. Tankpad, Suzuki-Heftchen und Shark-Beutel samt übrig gebliebener Schrauben. Alles fand darin Platz - mit etwas Drücken. Wenigstens eine Sorge weniger.

Nach dem Betätigen sämtlicher Tasten fand der Meister dann auch den von mir gewünschten Regenmodus "B". Ich kapierte aber trotzdem nicht, wo ich den zu suchen hatte. Ich mag keine Cockpits, die schlimmer aussehen als mein Desktop bei der Arbeit. Egal. Wer eine Baby-Ninja zum Laufen bekommt, bei dem klappt das auch bei einer Gixxe. Immer schön langsam... Das falsche Losfahren war ja mein Horroszenario gewesen.

Nachdem wir uns verabschiedet hatten, mittlerweile immer mehr rollende Kundschaft eintraf und ein Herr draußen blieb, um sich das Spektakel anzusehen, wie eine Frau mit einen Supersportler losfährt, meinte ich zu ihm, dass es doch sehr freundlich von ihm sei, mir beim Aufsitzen behilflich sein zu wollen :D Das hat ihn ihn irgendwie irritiert, aber wenigstens konnte er daraufhin ganz frank und frei seiner Neugier den Lauf lassen, die sie von ihm forderte. - Ich gab ihm dann die Instruktionen, was er zu tun hatte, wenn meine Beinlänge nicht ausreichte, um in den ersten Gang zu schalten. Bei der Arbeit hat sich diese Technik beim Umgang mit bestimmten Kollegen auch bewährt.

Dann kam der Nächste herausgehumpelt :winken: Der fuhr eine 750er, die aber nur eine Spiztenleistung von 174 km/h hatte, was ihm irgendwie zu wenig war und deswegen sollte nunmal jemand nachschauen. Da er aber nun an der Reihe war, musste er wieder rein und ich mußte es schaffen, mich auf dieses Motorrad zu setzen. Schließlich wurde der andere Schaulustige schon leicht ungeduldig.

Der Schweiß triefte mir inzwischen aus allen Poren. - Dennoch kam ich mit dem rechten Bein tatsächlich noch so halbwegs auf den Boden, aber die Maschine stand schon im ersten Gang, was ich aber aus dem Cockpit zu diesem Zeitpunkt noch nicht ersehen konnte. Die Kupplung (palupps) zeigte dann aber, dass dem so war und so klackte ich erstmal - nachdem ich die Fußraste links gefunden hatte, vom ersten in Neutral, von Neutral in den ersten und das mindestens 10 Mal, um mir zu merken, dass der Ganghebel woanders war als bei der Ninja. Es rumste fürchterlich. Zu neu: Die Schuhe mit der dicken Sohle und das Motorrad. Sogar der Blinker klemmte regelrecht. "Du bist sicher, dass Du zurecht kommst?", raunte es von rechts. Ich verkniff mir mal das "Nein." :mrgreen:

Oh Gott, oh Gott. - Ein letzten mal tief durchatmen. Die Gewissheit haben, dass diese Motorrad definitiv zu hoch für mich ist und dann los.

:freu1:

Losfahren, anhalten, gucken, losfahren, Linkskurve, Slalom. Mensch, fahren ist deutlich einfacher als Aufsteigen!!

:hurra2:

Auch die kommende Ampelschaltung hatte ein Einsehen mit mir und wechselte auf Grün. Ich hinter dem Auto hinterher. Zweite Linkskurve. Ich bin ja immer noch im ersten Gang?? Mensch, wo ist der blöde Ganghebel?? Blöde Schuhe. Keine Ahnung. Aber bis 50 km/h scheint der zu reichen, oh Mist die Tankstelle. Erste Rechtskurve. Dritte Linkskurve. Tanksäule. Anhalten! - Waaaaaah.... Hatte der nicht was von sehr scharfer Bremse gefaselt und von 'ja vorsichtig betätigen'???

Ich schob das Motorrad dann einen Meter zurück zur Säule. Bremsen war wohl heute nicht. Wenn das eine scharfe Bremse war, was hat dann meine Ninja? Meinen sie das mit giftigen Kawa-Bremsen??? :?

Völlig fertig mit den Nerven betankte ich das Motorrad. Preis war der gleiche wie bei der Ninja. Kein Wunder. Der Tank ist gleich groß... Da der Mann in der Tanke sehr nett war, meinte ich, er solle sich nicht wundern, wenn es gleich scheppert. Ich hätte mit dem Motorrad noch keinen km zurückgelegt. Er grinste nur freundlich. Ich schätze bei ihm tankt jeder, der von diesem Händler kommt, da der wohl nur immer 1 Liter Benzin einfüllt.

Da ich mir die nächste Links ersparen wollte, schob ich mal etwas. So eine Tankstellenbude war bestimmt ganz schnell hin :P

Ich musste doch wieder stadteinwärts, wegen der Straßenbahn in der Mitte der Straße. Hm. Und die Baustelle?? Also rein ins Gewerbegebiet. Da war zum Glück nix los. Schalten, anhalten, anfahren, Slalom. Ein paar Hundert Meter hatte ich noch bis zum nächsten Getümmel. Bis dahin musste das wirklich besser klappen. Blöde Stiefel!

Nach zwei roten Ampeln kam ich endlich in die gewünschte Richtung stadtauswärts. Es hakelte an allen Ecken, aber mittlerweile fand ich den Ganghebel deutlich besser. Hatte das Motorrad eigentlich auch eine Hinterradbremse? - Iss ja komisch: Ein Hebel ist da, aber passieren tut nix, wenn man drauf drückt. Naja. Ich fahr ja nicht schnell. Noch 'ne rote Ampel. Erster Gang bleibt drin. Ich torkel da doch nicht rum, nur wegen einer roten Ampel!

Dann konnte ich mich langsam entspannen.

:daumen+:

Es war völlig egal, welchen Gang ich einlegte, wir kamen immer vorwärts. Die Ganganzeige hat mich wirklich unterstützt. Wie der Motor klingt, kann ich Euch gar nicht sagen. Ich hab die ganze Zeit nur dieses Getöse vom Auspuff gehört! Der Shark ist nicht der leiseste Helm. Alles völlig bedeutungslos. Selbst bei 110 hört man nur den Auspuff. Windgeräusche adé.

Wir schipperten in wechselnden Gängen durch den ersten kleinen Ort. Einmal abbiegen und man kann so lange mit ganz sanften Kurven geradeaus fahren, bis man wahrscheinlich irgendwann in Schleswig-Holstein ist. Deswegen war ich auch untröstlich als ich den Abzweig nach Vesbeck verpasste. Aber ich war zu sehr damit beschäftig, im Cockpit irgendetwas abzulesen, was ich fachlich zuordnen konnte.

Geschwindigkeit. Ok. Sehe ich. Gang sehe ich auch. Was ist das da oben rechts für eine Zahl? Und was macht dieser Schalter? Wieder eine Zahl. Oh eine Temperaturangabe. 77°C. Na, da übertreibt aber jemand :lol: Mir ist in den Sommerklamotten doch ganz schön kalt :lol: Und wenn ich sooo drücke? Noch eine Zahl. Soso. - Zum Glück ist der Drehzahlmesser analog. Ohje. Sie dreht bis 15000 (!). Gut, ich finde die Kilometerzahl nicht. Warum wird eigentlich der Regenmodus "B" gar nicht angezeigt, der vorhin eingestellt worden ist?

Lassen wir diesen ganzen technischen Quatsch jetzt mal beiseite und kümmern wir uns um die "super zupackenden" Bremsen :) Da inzwischen kein Auto mehr in meiner Nähe war, konnten wir wieder mal Slalom machen. Abbremsen vorne. Immer noch schlecht. Sehr schlecht! Und die Hinterradbremse? Ich merk nix. - Schon gute Sache, dass man erstmal nur bis 5000 drehen soll. Sechster Gang 4000 Umdrehungen = 75 km/h. Mensch, die ist schwerer einzufahren als die Baby-Ninja.

Nach 63 km kam ich zum ersten mal dazu, einen kurzen Wortwechsel mit Suzi zu führen. Mir war inzwischen sehr kalt in den Sommersachsen, aber Suzi vermeldete Temperaturen nahe dem Siedepunkt. Da sieht man mal wie unterschiedliche die Wahrnehmung sein kann, wenn man sie von innen und außen betrachtet...

Dann ging es auf die B6, die hier ausgebaut ist wie eine Autobahn, aber begrenzt auf 140? Ich weiß es nicht so genau. Sehr cool! Kurz das Gas drehen und wir kommen "ganz gut voran" :mrgreen: Das wird mal ein sehr, sehr cooles Autobahnmotorrad :mrgreen: Die Schaltung war mittlerweile auch sehr viel leichtgängiger. Die Vorderbremse packte besser, aber immer noch nicht so richtig. Druckpunkt? - Fehlanzeige.

Dann ging es auf meine Winterrennstrecke durchs Naturschutzgebiet. Ein riesiger Trupp von Motorradfahrern an der Classic-Tanke. In der Allee schaltete ich wohl alle 20 Meter einmal rauf und runter, zwischendurch Bremse vorne, Gas und neu. Alles lief jetzt deutlich geschmeidiger. Dann das hübsche Schild nach Schneeren, was inzwischen wieder jemand freundlicherweise in die richtige Richtung gedreht hat. Mit Schrecken dachte ich daran, wie ich mit diesem Hobel in diese matschige Sackgasse gerate und wenden muss. Schön abbiegen. Da wird doch wohl kein Trecker kommen??

Nein, der stand inzwischen auf dem Hof, aber die Fahrbahn war ziemlich eingesaut. Zu meiner großen Verwunderung entstand in meinem Kopf wirklich nicht das geringste Racing-Feeling. Wie auch - bei max. 5000 Umdrehungen und lahmender Vorderradbremse?! Dann habe ich erstmal angehalten, die Anleitung ausgepackt, mich ins Gras gesetzt und gesucht, wie man denn wohl den Kilometerzähler einschaltet. Und wie war das mit dem Regenmodus "B"? Ach so. Der geht immer wieder aus, wenn man das Motorrad aus macht und man startet dann mit der kompletten Leistung! Das war also die komplette Leistung! Na, dann :freu3:

Die Herren von der Tanke nutzten meine Winterrennstrecke auch wie ich hörte. Als ich um Suzi herumschlich, hielt dann obligatorisch eines der seltenen Autos an und fragte, ob denn auch alles in Ordnung sei. Ja, ja. Ist nur neu und wir machen gerade eine Fotosession :-)

Auf dem weiteren Weg hatte wir eine erste echte Herausforderung zu meistern. Eine einspurige Ortsdurchfahrt mit drei Pferden und Hund! Sofort in Neutral verschaltet und der Motor brüllte auf. Zum Glück verkehrssichere Pferde und wie immer: zutraulicher Hund direkt vor meinem Vorderrad. Herrchen rief, Hund parierte, ersten Gang auch gefunden. Es konnte weitergehen.

Nach wahrscheinlich 130-150 km sind wir dann wieder in Hannover angekommen. Bin absichtlich (...) noch in ein Stop-and-Go gefahren, um das Anfahren besser in den Griff zu bekommen. Im B-Modus würgt man sie offenbar leicht ab. (Es ist mir zumindest einmal passiert.) Mit voller Leistung ist das anscheinend nicht möglich. Man kann wirklich sehr schön langsam mit ihr fahren. Ohne Gas läuft sie 11 km/h. Beim Freihändig-Fahren mit 50 dachte ich erst, dass sie nach rechts zieht. Bei 100 war jedoch alles in Ordnung. Es hatte an der Fahrbahn gelegen.

Sie reagiert auf jede Fahrbahnunbebenheit. Es ist gruselig. Wahrscheinlich ist das Federbein zu weich eingstellt. Fahrbahnunebenheit in einer Kurve bedeutet: nachsteuern. Das hatte Ähnlichkeit mit der Baby-Ninja bevor sie tiefergelegt wurde und bevor das Federbein für "Fahrer mit mehr Gewicht" eingestellt wurde. Seither läuft meine Ninja wie auf Schienen. So soll es mit der Suzi auch mal sein.

Es ist echt ein Rennhobel. Auf der B6 (120er Bereich) kam wieder meine Lieblingssituation. Schnelles Auto will auf Bundesstraße. Baby-Ninja-Reaktion: Bremsen. Suzi-Reaktion: Du kriegst mich nicht! :engel2:

Ich glaube, wir haben gute Chancen mal richtig gute Freunde zu werden 8-)

Ich freue mich, wenn wir die ersten 1000 km hinter uns haben. Das Auf- und Absteigen ist eine echte Katastrophe, weil ich sie schon bei der kleinsten Unebenheit nicht mehr werde halten können. Ich hoffe nicht, dass sie mir wegrutscht und wenn, dann baue ich auf die Sturzpads, die zum Glück weiter vorgelagert sind als bei der Ninja und sogar Hebel und Spiegel schützen könnten. Der Auspuff ist egal. Der ist mir sowieso viel zu laut und sieht auch noch hässlich aus!

Trotzdem. Nach diesem Stress bin ich total fertig und habe deshalb auch der Versuchung widerstanden, den Nienstedter Pass lang zu fahren. Zumal ich beim Fahren feststellen musste, das da irgendetwas an der Verkleidung langsam abzufallen droht. Es ist ein Verkleidungsteil nahe am Kühlergrill, welches ich erstmal wieder halb angeduppst habe. Das wird dann wohl bis auf weiteres so halten.

Das Starten der Maschine ist mir auch noch nicht so ganz geheuer, denn es scheint nur zu klappen, wenn der Ständer hoch ist und die Kupplung in jedem Falle gezogen ist. Die Betriebsanleitung muss ich noch lesen. Beim Langsam-Fahren schmeißt sie soviel Hitze, dass aus einem westfälischen Hintern ganz leicht ein westfälischer Schmorbraten wird. Das kann ich mir nicht so recht erklären, denn ich habe sie ja auf den paar Kilometern kaum wirklich beansprucht. Die Baby-Ninja wäre nichtmal so richtig warm geworden, so gemächlich wie ich gefahren bin. Das muss sich wohl erstmal alles ganz langsam einlaufen. Mal sehen, ob ich die 1000 km diese Woche packe :-)

Viele Grüße
Eure total erschöpfte H-AJ mit Möppi und Rennhobel, äh Autobahnmotorrad

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12.04.2014, 16:50
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
H-AJ hat den BAB Möppi Bericht drin... erstmal das Essen zu Seite gelegt, Salat wird wenigstens nicht kalt und nun voller Spannung gelesen.
...
Puuhhh, jetzt bin ich auch völlig fertig. Hab beim lesen wirklich mit dir gelitten. :cool2:

Sehs positiv, du und die Suzi, ihr seid beide heile Heimgekommen. Alles andere ergibt sich auf den kommenden KM wie von selbst.
Die Suzi war so aufgeregt dich kennenzulernen, sie hat auch gekocht vor Nervosität. :cooldown:

Gruß
lime

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12.04.2014, 17:31
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Toller Bericht wollte eigentlich mein Video machen aber vor lauter Spannung und Mitgefühl habe ich das ganz vergessen =)
Lass es schön sachte angehen wie ja schon gesagt vieles kommt mit der Zeit dann ganz von alleine.
lg Bobby

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Wiedergeburt der Ninja 300 07.07.2015 :D

Fahre nie schneller als dein Schutzengel fliegen kann ;)


12.04.2014, 19:58
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Schöner Bericht, hat wirklich Spaß gemacht beim lesen, da man irgendwie richtig mitfiebert.

Viel Spaß weiterhin mit deiner Gixxer.

Behält's Du deine BN als Alltags - bzw. Zweitmoped?

Beste Grüße
Robslow

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12.04.2014, 22:06
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
sehr guter Bericht, hatte mir vorher noch schnell einen Kaffee geholt, ich glaube wie
waren beim lesen alle genauso aufgeregt.
Gute Fahrt mit Deiner Suzi

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13.04.2014, 09:22
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Die Ninja werde ich natürlich behalten :) Sie ist schließlich nach wie vor mein Traummotorrad. Das wäre ja auch herzlos, sie jetzt einfach so abzugeben, wo endlich jemand da ist, der ihr hoffentlich die stressigsten Sachen abnehmen kann.

Bisher habe ich nicht den Eindruck, dass die beiden sich Konkurrenz machen. Noch parke ich sie natürlich getrennt. - Da kann man nie wissen, wie sie reagieren, wenn sie so unvermittelt miteinander bekannt werden. Die Kleine ahnt zwar schon, dass da was im Busche ist und die Große muss sich noch eingewöhnen... aber die eine braucht erstmal frische Bremsbeläge und die andere zumindest etwas Fahrerfahrung.

Aber nun, nachdem ich es geschafft habe, mit meinen hochaktuellen technischen Geräten vom Anfang diesen Jahrtausends eine "kleine" 8 GB Speicherkarte anzusprechen, hier die ersten Bilder nach 63 km Fahrt.

Sie guckt noch etwas schüchtern in die Welt und ist definitiv sehr grün hinter den Ohren:

Bild


Bild


Und hier dann der Ursprung allen Übels, also des ewigen Donnergrollens. Das war mir so peinlich, als ich durch die Ortschaft geschlichen bin und trotzdem alle erstmal gucken mussten :oops: Naja, okay. Denen wurde ja auch heute ordentlich was geboten. Erst ein Trupp von ca. 15 Maschinen und ich dann etwas später auch noch. - "Oh, da ist wohl einer nicht hinterher gekommen..." - Ist man ja gewohnt :mrgreen: Ob mich jemals wieder so viele Autos überholen werden wie gestern?

Bild

Auf dem unteren Bild ist noch einigermaßen gut zu erkennen, warum die Hinterradbremse nicht packte. Da war so eine Art grüne Schutzschicht auf der Bremsscheibe. Also nichts schlimmes. Vorne war die Bremsscheibe zu dem Zeitpunkt auch nocht nicht ganz sauber gebremst.

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13.04.2014, 10:57
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Wow, klasse Bericht wie man es von dir gewohnt ist! Du solltest viel mehr Berichte schreiben- oder das Hobby zum Beruf machen :D
Deine Gixxer sieht top aus, vorallem die blau/weiße Lackierung sagt mir sehr zu. Hätte nie gedacht, dass du auf eine solche Supersportler umsteigst, finde es aber klasse das du deine kleine Ninja neben der großen Gixxer behälst!
Wünsche dir viel Spaß mit deiner Neuen und wünsche mir mehr solcher schönen Berichte! :)

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Verbrauch auf 100km?
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... der Ninjaroller :D


13.04.2014, 20:04
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Freut mich dass du jetzt ein passendes Moped gefunden hast.
Ich wünsche dir eine wundervolle Saison mit der Gixxer, fahr dich schön warm mit ihr. :)

LG, Madbrood

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14.04.2014, 17:59
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Gefällt mir sehr gut das Motorrad!

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02.05.2014, 10:43
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Hier ein kurzer Statusbericht:

Nach dem Maleur mit meinem Rücken hat Suzi Ende Oktober ihre 1000er Inspektion bei Kawa bekommen. Die haben sie auch von all den schrecklichen Aufklebern befreit und 3 cm tiefer gelegt. Wie bei der Ninja gab es eine Tieferlegung von VH-Motorradtechnik, bei der allerdings eine Art "Dreieck" verbaut wurde. Der Ständer wurde gekürzt und die Gabel weiter durchgeschoben. Ich war beim Abholen völlig begeistert, dass ich nun immerhin eine realistische Chance habe, den Boden mit beiden Füßen zu erreichen.

Die Ninja hatte nach der Tieferlegung eine sehr viel bessere Straßenlage und läuft seither in Kurven sehr stabil. Das war mir damals mehr aufgefallen als die bessere Erreichbarkeit des Bodens. Bei der Suzi konnte ich keine großen Unterschiede beim Fahren feststellen. Sie fuhr sich vorher schon sehr gut und jetzt auch noch. Vielleicht läuft sie auch ein klein wenig stabiler, aber da ich ja auf den ersten 1000 km noch keine größeren Eskapaden mit ihr gemacht habe, ist es für mich kein nennenswerter Unterschied. Die Ninja hatte ich schon 6000 km gefahren, bevor sie die Tieferlegung bekam.

Den Donnerhobel hatte ich ja sehr viel billiger bekommen, da er als "Mitarbeiterfahrzeug" verkauft worden war. Im Nachhinein glaub ich, dass das so eine ähnliche Bezeichnung ist, wie es bei Mollenhauer B-Flöten zu kaufen gibt: Lassen sich super spielen, haben einen tollen Klang, aber haben Mankos im Äußeren.. So ist es auch bei der Suzi. Sie hat einen fetten Kratzer im Rahmen, der grob übergemalt wurde und bei km 1800 ist mir auch noch eine Fehlstelle in der Plastikverkleidung vorne rechts aufgefallen, die auch noch gruselig ausgebessert wurde. Kann sein, dass die unter einem der Warn-Aufkleber gewesen ist. - Ich weiß nicht so recht, was ich über diese ganzen Macken denken soll. Aus meiner Sicht hätte der Händler wenigstens darauf aufmerksam machen müssen. Ich bin eine geduldige Person, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass so manch ein Kunde einen Aufstand deswegen gemacht hätte. Ganz gleich, wie günstig die Maschine war. Immerhin hatte sie genau 0 km gefahren. Da rechnet man ja wohl kaum mit solchen Sachen.

Alles in allem ist es für mich allerdings okay. Kurventraining, Alne-Kombi, Inspektion, Tieferlegung, Sturzpads und bis zum Orginalpreis reicht es auch noch für eine zweite Kombi-Jacke in Suzi-Farben und die nächtste Inspektion. Im Nachhinein finde ich die Sache mit den fettigen Bremsscheiben bei der Auslieferung verwerflicher...

Von einem Umfaller wegen eines temporären Schwächeannfalls der Fahrerin am Waldesrand hat Suzi auch noch eine Lackmacke am Motor bekommen, die aber nur zu sehen ist, wenn man fast unter dem Bike liegt. Die neuste zu vermeldende Ungewöhnlichkeit ist ein plötzliches, ganz leichtes Rucken des Kupplungszugs beim Schalten bei einer Kombination von über 100 km/h und hoher Drehzahl. Ich nehme fast an, das kommt, weil der Seilzug nicht geölt ist. Vielleicht schaue ich es mir nochmal genauer an, sollte es auffälliger werden. Es hat am Anfang aber einiges geknackt, nur weil es neu war. Die Schaltung lief zuerst wirklich erschreckend präzise: klick, klack, klack... Nach der Inspektion verhält sie sich deutlich normaler und nicht mehr mit diesem technischen "Geklapper".

Bei der Inspektion wurde auch die Hinterradbremse nach oben verschoben, so dass ich sie jetzt vernünftig betätigen kann. Beim Ganghebel ließe sich auch noch etwas machen, aber da ich die pefekten Schuhe ja noch nicht gefunden habe, ist der erstmal so geblieben.

Was mich echt schockt ist der massive Spritverbauch. Ich liege bei fast 6,5 Litern auf 100 km! Da muss man glatt doppelt soviel Geld mitnehmen wie bei der Ninja...

Als nächste Aktion werde ich mir wohl einen zweiten Fahrersitz besorgen, um den abpolstern zu lassen. Wenn das noch zwei cm Bodennähe bringt, ist es gut - sonst war es halt ein Versuch und ich habe ja immer noch das Original. - Beim Lenker war ich mir ja auch unsicher, aber der bleibt! Dadurch, dass das Heck nun tiefer ist, passt auch der Abstand zu den Stummeln besser. Ebenso verhält es sich mit der Scheibe. Am Helm gibt es keine auffälligen Störgeräusche. Brauche ich also nur hübsche unauffällige Kleber für die Verkleidungsmacke und etwas von der dunkelblauen Rahmenfarbe. Die Stelle kann man sicherlich schöner ausbessern.

Wenn man Ninja und Gixxer vergleicht, so hat die Ninja definitiv den besseren, da stabil einrastenden Seitenständer. Das Zündschloss ist bei der Gixxer ein Traum. Beim Tankdeckel gewinnt aber wieder die Ninja. Das Cockpit der Suzi ist etwas für Spielkinder. Ich bin kurz davor mit eine Uhr mit Klett drauf zu kleben :hurra1: aber diesmal nicht mit römischen Ziffern ;) Der Soziussitz bei der Gixxer ist einfacher zu befestigen. Die Verkleidung der Ninja ist um ein Vielfaches hochwertiger als die der Suzi.

Bisher habe ich den Donnerhobel maximal bis 13000 gedreht (nur im ersten Gang...). Wir waren so etwa bei 105 km/h. Bei etwa 15250 beginnt der rote Bereich... Eigentlich hatte ich heute auf die Autobahn in Richtung Harz wollen, aber es war schon wieder Baustellenstau. Und einen Tag, an dem die komplette niedersächsische Polizei die Landeshauptstadt vor Salafisten und Rechten schützen muss, den kann man auch auf den Landesstraßen genießen :) Danke Jungs!

Ich hoffe auf einen milden Winter :D dann wird´s nochwas mit dem Harz!

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15.11.2014, 23:56
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Hey H-AJ,

du weisst aber schon das dein Donnerhobel mehr als nur den ersten Gang hat :bravo:

Hauptsache du bist glücklich mit der Suzi, da kann man auch über gewisse äussere Mängel zähneknirschend hinwegsehen im Nachhinein.
Ne versiffte Bremsscheibe bei Auslieferung zeugt nicht unbedingt von Sorgfalt eines Betriebes.

Brauch fürs nächste Jahr nen Guide für den Harz, vielleicht kann man mal ne Runde zusammen drehen.

Gruß
lime


17.11.2014, 16:19
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Und wieder hat der Donnerhobel ein paar Kilometer mehr auf dem Tacho. Der Fahrersattel ist jetzt ebenfalls "tiefergelegt" und wurde fachmännich abgepolstert. Das hat mich zwar 90 Euro (!) gekostet aber Ich kann sicherer stehen. Dem Hintern scheint es egal zu sein.

Inzwischen ist auch das Garmin Zumo installiert. Die Befestigung mit einer Lenkkopfschraube mit Kugelkopf oben (aus dem Louis-Sortiment) hat nach einigen Fehlschlägen mit anderen Lösungen super funktioniert. Das Kabel ist direkt mit der Batterie verbunden, wobei ich den kleinen Sicherungskasten mit drei Kabelbindern vor der Batterie unterm Sitz festgezurrt habe und der Rest des Kabels ist unter der seitlichen Tankverkleidung eingeschoben. Dabei stellte sich heraus, dass diese Verkleidung mit einer Art Silikonkleber / Gummi am Tank festgeklebt ist. Das hat mich etwas verwundert. An Klett für die Verkleidungsbefestigung war ich ja schon gewohnt, aber Gummistreifen??

In der Position dirket über dem Lenkkopf (bzw. etwas weiter rechts, da links das Zündschloss ist) ist das Zumo theoretisch gut ablesbar. Die auf "deutsch" eingestellte Farbgebung ist allerdings zum "Navigieren ohne Navigationsfunktion" erstmal unbrauchbar, da alles grau in grau erscheint. Ich hatte aber noch keinen Nerv, unterschiedliche Farbvorschläge für die Karte auszuprobieren. Bisher habe ich auch noch keine Möglichkeit gefunden, die Linien meiner "tracks" in einer gut sichtbaren Liniendicke darzustellen. Jegliche Form von Navigationsleitungsfunktion schlägt bei mir aus beruflichen Gründen sowieso fehl, von daher kann es gut sein, dass ich mir demnächst dann doch das Montana zulege. Ich muss eigentlich nur wissen, wo ich mich gerade befinde, der Rest soll aus meiner Sicht besser im Kopf verankert sein, aber ich habe mir gerade die GPS-Routes von http://www.bikerregion.de/ (Höxter) heruntergeladen. Die sind offenkundig sehr professionell angelegt und damit werde ich hoffentlich das Zumo irgendwann wenn Zeit ist, mit Profi-Routen testen können.

Und außerdem: So eine echte Navigationskarte für den Straßenverkehr ist total öde! Mit der Recreational Map Europe findet man jede befahrbare Sandpiste und Schotterstrecke :P Ganz gleich, ob man danach gesucht hat oder nicht!

Nachdem die Hebel für die Füße nun passen, verbleibt der Lenker, der für meine knappe Länge zu tief sitzt. Die Sitzposition finde ich bequem, aber ich erreiche gefühlt den Lenker nur mit voll ausgestreckten Armen, was auf Dauer für den rechen Nackenbereich anstrengend ist. Nach vier Stunden war ich jedenfalls froh, wieder zu Hause zu sein. Okay, ich weiß: man sollte immer Pausen machen zwischendurch, aber das ist offenbar nicht mein Ding und ich muss ja schon alle 200 km halten zum Tanken!

Ich habe mir jetzt vorgenommen, bis 6000 km ausgiebig die Lenkerposition auf Brauchbarkeit für längere Strecken zu testen. Dann kommt es darauf an, wie die Schaltung mit meinem Umgang damit harmoniert. Was mich inzwischen etwas weniger stört ist der ständige Lärm, den dieses Bike macht. Wenn man die Ninja gewohnt ist, dann grenzt es bei Ortsdurchfahrten immer noch an Ruhestörung, wobei ich inzwischen Drehzahlbereiche gefunden habe, die nicht ganz so ohrenbetäubend laut sind und die man für Ortsdurchfahrten durchaus verwenden kann (...). Nur darf man zwischendurch kein Gas geben (...). Erst kommt der Krach, dann die Power. Ich muss jedesmal lachen, wenn ich drauf sitze und abgewürgt habe ich sie deswegen auch schon. Bei der Ninja hört man exakt wie es ihr gerade geht. Die Gixxe erfordert echt ein Umdenken. Ich frage mich, wie sie es hinbekommen haben, dass die Betätigung des Gasgriffs, die Gasannahme und der Krach so auf Show ausgelegt sind. Mir wäre es lieber, es passte zueinander wie bei der Ninja.

Durch die Kurven kommen wir inzwischen wie von mir vorgesehen. Seitdem ich die Reifen mit meiner Mountain-Bike Pumpe befülle, gibt es kein wackelndes Heck mehr. Wahrscheinlich hatte dieses Luftdruckteil an der Tanke echt eine Macke, weil zu viele Leute ihre Fahrräder damit aufpumpen.

Meine heftigste Begegnung war die mit einem Sattelschlepper (mit langem Auflieger) bei den Serpentinen bei Bessinghausen. Die Straße ist oben 1,5 spurig ausgelegt. Der Sattelschlepper kam von oben. Ich habe nur gedacht, dass, wenn der voll beladen ist, keine Chance hat, hier auch nur einen Deut langsamer zu werden. Wäre er aufs Bankett gekommen (hier sind auch die Seiten nicht befestigt), dann "Gute Nacht". Zum Glück schimmerte das sanfte Grau schon eine Kurve höher durch die noch nicht vollständig belaubten Bäume. Ich also runter auf Schritt und gefühlte Millimeter von der rechten Kante entfernt weiter nach oben. Sobald ich meinte, am Ausgang meiner Rechts-Serpentine 50 cm Platz neben seinem Vorderreifen zu haben, mutig nach vorne. So rasch wie eine GSX-R 600 das ausgehend von Schritttempo bei starkem Anstieg halt schafft ... Gefährlich war´s nicht, weil ich so langsam war, dass ich zur Not hätte in die Botanik (auf meiner Seite war bis zum Fels - leicht bergan - noch Platz für ein flach gelegtes Bike) hätte fallen können, ohne dass ich gleich zerquetscht worden wäre, sofern der Fahrer des Sattelschleppers seinerseits nicht auf sein rechtes Bankett gekommen wäre und damit einen kompletten Kontrollverlust des Ungetüms erlitten hätte. - Ich hätte gerne gesehen, wie der die weitere Strecke gemeistert hat, aber ich hatte angesichts dieser risiegen Reifen nichmal mehr die Muße, nach seinem Nummernschild zu sehen. - Der muss echt einen Knall gehabt haben. Die Straße führt ja nichtmal irgendwo hin. Die ist doch eigentlich nur für Motorradfahrer?!

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06.05.2015, 12:43
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Der Donnerhobel und ich kommen uns langsam immer näher, und dabei ist "langsam" manchmal sogar richtig wörtlich zu nehmen.

Den Reifen hatte ich ja zunächst gar nicht vertraut, weil ich zu Anfang einige heftige Rutscher bei absolut gemächlicher Geschwindigkeit auf trockener Straße hatte. Inzwischen muss ich sagen, sind sie jedoch voll in Ordnung und haben sich sogar bei einem weltuntergangsartigen Starkregen über ca. 55 km - dann Flucht unter eine Tankstelle - bewährt. Auf unserer Fahrt vom Köterberg (den Berg selbst bin ich nicht mehr angefahren, da es dort bereits "Nacht" war) bis Hameln über die B83 konnte ich jedoch den Unterschied zur Ninja wirklich voll auskosten. Wäre ich nicht noch dieses Jahr 130 km mit ihr über Autobahn und bei ähnlichen Verhältnissen gefahren, könnte ich es selbst kaum glauben.

Mit der Ninja kam ich normal nass zu Hause an, aber sonst war ich durchaus vorzeigbar und die Ninja ebenfalls. Sie war sogar fast sauber gespült. Ein paar mal hier und da gewischt und schon war wieder alles gut. Ganz anders der Donnerhobel!

In Hameln fanden wir, Dank des enormen Spritverbrauchs dieses Bikes, Zufllucht bei einer großzügig überdachten Tanke, wo ich erstmal an der Erdgas-Zapfsäule (mittig unterm Dach) stehen blieb. Ich steige immer vorsichtig ab damit nix umkippt und so war es auch diesmal - will sagen - es dauert eine Zeit lang von "Stehenbleiben" bis "Absteigen". Nach dem Absteigen fiel also mein Blick auf den Donnerhobel, nachdem ich mir die Erdgaszapfsäule intensiv angeschaut hatte... und meine Augen wurden gößer und größer!! Ich weiß nicht, wo in der Verkleidung sie dieses ganze Wasser gebunkert hatte, was in einem nimmerendenden Bach vorne aus der unteren Verkleidung herauslief. Es gab voll die Überschwemmung und sogar der Autofahrer an der Zapfsäule vor mir schaute staunend.

Als ich wieder zu Hause war, traute ich meinen Augen abermals kaum. Der komplette Sitzbereich triefte vor Dreck und meine Jacke war am Rücken bis in den Nacken hoch zuges.... Das einzige, was durch den Standard-Spritzschutz am Hinterreifen tatsächlich geschützt wird, ist das Federbein. - Das ist in meinen Augen etwas wenig und deswegen suche ich nun eine etwas effizienter arbeitende Hinterradabdeckung, konnte aber bisher nur eine in den USA ausfinig machen. Top fand ich auch, dass meine Haare von hinten unterm Helm noch nass geworden sind :( In den alten Schuberth liefs zuletzt von oben her rein, aber von unten??. - So kann man es jedenfalls nicht wagen, mal nach Wales aufzubrechen. - Aber: die Reifen (Bridgestone) haben inzwischen auch bei Regen mein vollstes Vertrauen, da muss ich nicht zwingend auf andere wechseln.

Die Kurvenlage der Suzi ist einzigartig stabil. Das hatte ich schon ziemlich zu Anfang feststellen können, als ich mich beim Ansteuern von Kurven doch ein wenig vertan hatte. In solchen Situationen reicht es, wenn man sich voll und ganz auf die Suzi verlässt und sich in der Not einfach in die passende Richtung fallen lässt. Ich hatte ein paar mal echt den Eindruck, dass sie die Situation ganz allein geretttet hat. Mit der Ninja wäre es ein Kampf gewesen, den es zu gewinnen gegolten hätte. Ganz klar ist mir das Phänomen immer noch nicht.

Mit der Ninja "brettere" ich in eine Kurve hinein, bremse heftigst und bringe sie dann in die passende Richtung, um wieder Vollgas zu geben. Es ist eine völlig andere - vermutlich wesentlich unschönere - Kurvenlinie als die meisten anderen Motorräder haben und ich brauche immer die komplette Fahrbahnbreite von ganz links nach ganz rechts (oder umgekehrt). Das ist mit der Suzi wahrscheinlich auch möglich, aber viel zu viel Aufwand. Es reicht, einfach in die Kurve zu fahren, etwas Gas weg zu nehmen, sie ganz leicht in die gewünschte Richtung zu bringen, wo es dann fast so aussieht als wüßte sie schon wo´s lang geht und dann wieder Gas zu geben. Seitdem ich mich ihr angepasst habe, verstehen wir uns wirklich besser und ich glaube, dieser Fahrstil ist auch deutlich ungefährlicher. Vor allen Dingen hat sie ja genug Power, so dass die komplette Kurvenschalterei entfällt. (Und es ist das, was uns beim Kurventraining beigebracht wurde...).

Irgendwann war ich auf einem großzügigen Parkplatz angehalten, der fast frei von Parkenden war. Ich hasse Fahrschulkreise!! Aber gelegentlich muss frau sich auch überwinden, mal ein wenig zu experimentieren. Hier wäre auf jeden Fall genug Platz einen Kreis, ein Oval oder was immer es werden würde, zu fahren. Auch bei dieser langsamen Geschwindigkeit überzeugte mich die Suzi mit ihrer gnadenlos guten Kurvenlage. Es wurde tatsächlich ein echter Kreis! Für mich, die ich ja meine Unfähigkeit kenne, solche Kreise zu bewältigen, war das ein echter Erfolg :mrgreen: Es eröffnet völlig neue Möglichkeiten, wenn man ungünstige Tankstellen anfährt oder sich spontan dazu entscheidet, doch noch nach rechts abzubiegen statt geradeaus zu fahren :bravo:

Jedenfalls habe ich jetzt begriffen, was bei der Bewertung der Baby-Ninja oft gesagt wurde, nämlich, dass sie in Kurven "wackelig" sei. Das stimmt tatsächlich, wenngleich es für meine tiefergelegte Ninja nicht mehr ganz so stimmt, da sie durch die Tieferlegung deutlich an Stabilität gewonnen hatte.

Bis auf Waldwege, Schotter und Sand haben wir beiden jetzt also das meiste durch, denn gestern waren wir auch ausgiebigst auf der Autobahn unterwegs, da ich noch den Rest einer Touristentour abfahren musste, um die gesamte Strecke zu fahren. Die Tour ist an einem Tag aus von Hannover meiner Ansicht nach nicht zu schaffen. Möglicherweise klappt es, wenn ich sie kenne, aber nicht, wenn ich auch noch gelegentlich falsch abbiege und mich verfranse. Die Tour hat ihren südlichsten Punkt in Höhe Hofgeismar - Göttingen und es sind schon von Hameln aus 309 km über zum Teil wirklich sehr langsame Sträßchen.

http://www.kulturland.org/Aktiv/Motorrad/Touren-Tipps/Tour-8-KurvenReich/

Also bin ich diesmal, nach dem aufmerksamen Lauschen der Verkehrsnachrichten, über die A2 und die A7 in Richtung Kassel bis zur Ausfahrt Nörten-Hardenberg gefahren, um bei Uslar wieder auf der vorgegebenen Strecke zu fahren, da mir der hessische Part über die Sababurg noch fehlte. Um nicht die Weserfähre nehmen zu müssen und weil es eine schöne Umgebung ist, bin ich allerdings bis Hann. Münden gefahren und habe dort die Weser überquert.

Das Bike ist auf der Autobahn wirklich eine Wucht. Ist die A2 ein einziger Wurm aus polnischen, litauischen, estländischen und russischen Sattelschleppern, so ist die A7 eine reine Freizeitbahn. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Fahrräder gesehen, die alle gefahren wurden! Es herrscht ein unbeschreibliches Chaos. Wo sich sonst Brummis unnütze Überholmanöver liefern, alle anderen in die Enge treiben und zum Ausweichen auf die linke von drei Spuren nötigen, herrscht hier der unbedingte Wille mit SUV und Fahrrad, Boot oder imaginärer Skiausrüstung unbedingt vor dem anderen wo auch immer anzukommen. Ich werde dieses Verhalten niemals verstehen können! Es wird in 20 Metern Abstand mit 160 hintereinander hergefahren. Gas wegnehmen auf der rechten Spur, um jemandem ein unfallfreies Auffahren zu ermöglichen, kennt auch keiner. Mit der Ninja wäre ich vor purer Angst gestorben. Ich hätte es nichtmal geschafft auf die Autobahn aufzufahren. Die rechte Spur lag wieder bei satten 140. Später auf der Rückfahrt, wo ich auch nochmal die A2 aus Richtung Dortmund genommen habe, war es nicht viel anders. Da meinte jemand doch allen ernstes, er müsse auch noch Gas geben, wenn ein Motorrad auffährt. Nunja. Die 123 PS reichen und mein Tachorekord steht jetzt bei 185 km/h. Mir ist das allerdings auch genug. Ich glaube nicht, dass ich jemals versuchen werden, die 260 möglichen km/h auszukosten. Mein einziges Ziel ist es, nicht einfach übergemangelt zu werden von diesen unterbelichteten Pseudo-Rennfahrern.

Über A2 und A7 war ich innerhalb von 30 Minuten bei Alfeld. Sonst stehe ich dann am Deisterkreisel in der Hoffnung, irgendwann die Stadtgrenze passieren zu können. Beeindruckend ist das natürlich schon, aber so eine Fahrt kommt zumindest mir ewig vor. Man sieht die ganzen wundervollen Ortsnamen bei den Ausfahrten und denkt an die wunderbaren Motorradstrecken, die mit jedem einzelnen verbunden sind und selbst fährt man auf einer Beton-Holperpiste mit lauter Verrückten zwischen zwei fetten Straßenbegleitgrünstreifen, die aber auch nicht einen einzigen Blick in die Landschaft erlauben.

Der Höhepunkt war dann zwischen Bockenem und Echte oder Seesen erreicht: 14 km Baustelle mit 60 km/h. Danach war ich so fertig, dass ich ein großes Schild mit "WC" in meine Tourenplanung mit aufgenommen habe. Alles leer, alles frei, aber überall dazwischen Bordsteine. Anscheinend sollten nicht so hohe Fahrzeuge nach rechts fahren. Also hab ich das mal berücksichtigt. Soviel Platz, kaum Autos, aber überall Bordsteine. Endlich kam das Locus in Sicht und davor zwei freie, riesige Parkplätze. Ich wunderte mich nur. Packte meinen Schlüssel in das Sichtfenster des Tankrucksacks und reihte mich in die luftige Schlange der Wartenden ein. Man würde ja wohl nicht auch noch Kleingeld brauchen?!?! - Zum Glück nicht. - Das Klo sah aus, wie man es von einem Autobahnklo erwartet. Der Haken, um irgendwas hinzuhängen war auch verschwunden, aber beim Aufhängen an den spärlichen Rest bemerkte ich erleichtert, dass man in so einer Hütte einen Magnetrucksack überall an die Wand klatschen kann! Klasse :o

Ich mache jetzt keine Autobahnfahrt mehr ohne Sagrotan und ohne Klopapier. Ich denke, das passt noch in den Kofferraum. Soviel Platz muss sein. Gleich Montag kaufe ich kleine Flaschen Desinfektionsmittel!!

Als ich also wieder in der freien Natur des Parkplatzes erscheine, steht noch ein Auto auf einem der beiden ehemals freien Klo-Direkt-Parkplätze. Die junge Frau guckt ganz verschüchtert und ich verstehe nicht, warum. - Ah! - Es sind Behindertenparkplätze und wir beiden parken dort unberechtigterweise. Die Schilder sind allerdings so hoch oben angebracht, wie es sich für eine echte deutsche Autobahn gehört. Aus der Supersportlerposition sind sie nicht sichtbar. Aufgrund meiner geringen Wuchshöhe kann ich sie ebenfalls nicht wahrnehmen. - Tja. - Hätten sie beim Bordstein einfach noch eine Abfahrt gebaut, hätte ich beim Wartebereich vorm Klo geparkt und der Behindertenparkplatz wäre verschont geblieben, aber so einen Mega-Bordstein, den macht die Verkleidung der tiefergelegten Suzi vermutlich nicht mit.

Schnell noch wechsele ich von der Garmin Topo-Karte auf die City Navigator, da es nun gilt, die richtige Ausfahrt zu finden, deren Namen mir erst wieder in Erinnerung kommt als ich "Uslar" auf dem großen blauen Schild lese. Ich bin echt froh, endlich wieder in der normalen Welt unterwegs sein zu dürfen und ruhe mich abermals ein weing aus. Diesmal beim Linksabbiegen ohne Ampel und ohne drängelnden Hintermann. Erstmal wieder die geistige Geschwindigkeit umgekehrt proportional zur Gefahrenen einstellen!

Die Suzi macht mich beim Kurvenjagen im Weserbergland mit 13+l Sprit auf 205 km komplett verrückt. Auf Bundesstraße und Autobahn hat sie sich als Spritsparwunder entpuppt. Nach 271 km wurde mir erstmal mulmig, weil die Tankleuchte evt. hätte kaputt sein können. Rein passten dann 12,45l - Ich hätte also wirklich noch eine Tankstelle warten können, aber da ich mit ihr ja jetzt auch kleinere Kurven im Schritttempo fahren kann...

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07.06.2015, 07:36
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Meine Güte. Ich besitze ein Motorrad, was ich tatsächlich bis an die Kante des Hinterreifens fahren kann. Der Kawa-Händler wird hoffentlich stolz auf mich sein! Und das Beste: wenn man mitten zwischen Teuto und Weserbergland steht und leider sein Navigigationsgerät nicht so bedienen kann, dass es eine echte nächste Tankstelle findet, dann findet man doch zumindest hilfsbereite Ureinwohner, die einem Rasenmäher-Sprit verkaufen und ausführlich erläutern, wo denn nun eine Tankstelle zu finden ist :mrgreen:

Ich werde jetzt übrigens eine späte Karriere als Rennfahrerin in Ninja-Geschwindigkeit einschlagen. Walter Röhrl fährt ja mit fast 70 auch noch ganz passabel... und bis dahin habe ich ja noch viel, viel Zeit zum Üben - sofern mir der Sprit zwischenzeitlich nicht wieder ausgeht :knicks:

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14.07.2015, 22:58
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Na das klingt, als wären der Donnerhobel und Du eine Einheit. :bravo:
Weiterhin viel Spaß!

Gruß
lime


15.07.2015, 11:58
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Suzi hat letzte Woche ihren neuen Lenker von Gilles-Tooling bekommen. Wer´s nicht weiß, dass es nicht der Original-Lenker ist, dem wird es kaum auffallen. Er ist um ca. 1 cm an jeder Seite breiter, aber einige cm höher. Im Stand war es gleich ein ganz anderes, viel sicheres Gefühl und zum ersten mal habe ich spontan gedacht: Yepp, das ist tatsächlich jetzt "meine" Suzi. - Ganz so, wie ich bei der Ninja gleich vom aller ersten Fahrversuch an dachte. Nunja. Hat es mit der Suzi also auch noch geklappt. Nach 7500 km!

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08.09.2015, 21:25
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Suzi und ich haben auf den nächsten 9000 km doch schon so einiges erlebt.

Sie hat inzwischen drei Tage Bilster Berg, einen Tag Papenburg und zwei Tage Oschersleben hinter sich. Hinzu kommen (leider) unzählige Autobahnkilometer und vor allem sehr viele schnelle Kilometer auf der Landstraße. Wir haben auf Metzeler M 7RR gewechselt, die wirklich sensationell gute Regenreifen sind. Eine ADAC-Sauerlandtour mit vorgeschaltetem Hütchenfahren haben wir auch bewältigt. Das Highlight war dabei die erste ganz echte Vollbremsung auf Verlangen mit ihr. Ich kann mich noch erinnern, wie ich Vollbremsungen immer und immer wieder mit der Ninja auf einem Parkplatz geübt habe. Bei der Suzi bin ich wirklich davor zurückgeschreckt, bis wir sie dann unbedingt machen mussten. Und das klappte auf Anhieb, wenngleich es sicherlich für das Lenkkopflager nicht gut ist, wenn sie hinten abhebt, was natürlich laut Vorschrift nicht passieren darf. Trotzdem, kann die Vollbremsung nicht die schlechteste gewesen sein. Wir standen eher als die anderen mit ABS.

Die Ninja ist und bleibt allerdings die wendigere Allround-Maschine. Offenkundig lastet bei Suzi sehr viel mehr Gewicht auf dem Vorderrad als bei der Ninja. Dies macht sie in Kurven zwar unschlagbar, aber sobald man sie schieben will, ist das immer wieder ein Kraftakt.

Im September ging es dann mit einer Freundin vier Tage ausgehend von Altastenberg auf kleinsten Sträßchen durchs Sauerland. Obwohl es auf der Rennstrecke vor und hinter mir in meinen Gruppen gekracht hatte, sind Suzi und ich da unbeschadet durch gekommen. Aber das Sauerland... ist echt ein hartes, bolleriges Pflaster.

Ich verpasse ausgehend von einer Bundesstraße eine Abfahrt und zeige meiner nachfolgenden Freundin noch: Fahr da runter!! Selbst suche ich also eine Stelle zum Herumschieben, die ich in Form einer Regenrinne (...) auch finde. Schweißgebadet bewältige ich den Kraftakt. Danach bin ich also zurück zur Abfahrt nach "Kleinhuckelsberg". Die Freundin steht zu meinem Entsetzen am rechten Fahrbahnrand auf einer kleinen Schotterfläche eines verlassenen Gehöfts, welches auch noch mit Flatterband und Blumenkübeln abgesperrt ist, während ich mich der "Kehre" nach rechts nähere. Ich brauche mehr seitlichen Anlauf als sie um da rum zu kommen. Von ihrer Position aus könnte ich die Kehre nie fahren. Ist ja sonst alles kein Problem...

Ganz links angefahren, scharf rechts rumgezogen. Es geht abwärts und ich erkenne zu meinem Entsetzen, nachdem ich die Situation überhaupt einsehen kann, eine geradezu riesige schräge Bodenwelle, die ganz locker mal eben das ganze Bike von unten aufreißen kann, wenn ich da in Schräglage drüber fahre. Also weiche ich aus, weil ja kein Auto kommt. Ganz kleine Bewegung, um die geplante Kurve jetzt doch etwas großzügiger zu fahren. Da führe ich meinen Gedanken in Punkto Gegenverkehr zu Ende und erkenne, dass mir ein recht schläfrig wirkender Motorradfahrer auf einer Großenduro genau auf der Mittellinie entgegen kommt. Ich bin jetzt aber 10 cm über der Mittellinie. Wenn er nicht ausweicht, wird es knallen. Also ziehe ich die Kurve wieder enger, da ich fest davon ausgehe, dass er sich gerade im Tiefschlaf befindet. Warum fährt man sonst bei gerader Strecke bergauf direkt auf der Mittellinie?!

Naja. Die Kurve schaffe ich enger zu ziehen, nur leider kann ich dann nicht nochmal in die Gegenrichtigung "einschrägen", da ich mich vorher schon auf dem hübschen hochgewachsenen Gras befinde, das auch noch einen Matschgraben verhüllt. Ganz, ganz langsam und mit entsprechendem Geschrei meinerseits landen wir also im Graben. All meine Gedanken konzentrieren sich vollends auf den Erhalt der Gabel, aber ich denke, nachdem wir erstmal gelandet sind nur: "So eine verbockte S.....! Die arme Gabel!! Dieser Vollpfosten an der Mittellinie!!! Und warum ist diese Bike immer noch nicht aus und ich muss auch noch den Kill-Schalter umlegen?!"

Ich bin echt sauer und steige erstmal aus dem matschigen Seitengraben, während mein Blick sofort auf den Mittellinienfahrer fällt, der inzwischen wie ein Unschuldsengel an der Leitplanke geparkt hat. "Da hättest Du mal fahren soll, Du Vollpfosten!" - geht es mir durch den Kopf, aber ich bin ja nett und rufe nur: "Super, dass Du angehalten hast. Da haben wir wenigstens einen starken Mann, der das Bike wieder aus dem Graben holt!!!" Und dann fällt erst mein Auge auf den Bereich hinter meiner armen, armen Suzi, die falsch rum im Graben geparkt ist und ich werde innerlich noch ungehaltener: Das Bike meiner Freundin liegt nämlich direkt in der Kehre?! Leider hat mich die Sprachlosigkeit nicht fest im Griff und so haue ich vorwurfsvoll raus: "Wieso hast Du Dein Bike da hingeschmissen???" Und sie: "Ich hatte Angst, dass Dir was passiert ist und deswegen habe ich angehalten!" - Heute bin ich nur von Bekloppten umgeben. Ganz klar.

Der Mittellinienfahrer und sie gucken mich irgendwie etwas betreten an. Sie ist ziemlich verdreckt, während ihre Maschine noch auf Asphalt ruht und tatsächlich einen ziemlichen Rundumschlag an Schrammen zu verzeichnen hat, wie sich später herausstellt. Der Mittellinenfahrer ist jetzt echt nervös. Auf der Bundesstraße hält auch noch ein Biker und ich brülle rüber "Ist alles in Ordnung! Der wird uns hier schon helfen, die Bikes aufzuheben!" und zumindest der von der Bundesstraße kann dann weiterfahren.

Zuerst heben der Mittellinienfahrer, der sich als Niederländer entpuppt und meine Freundin ihre Maschine auf. Die beiden wuchten sie hoch, ich fange sie auf. Er meint doch tatsächlich, ich soll sie da erstmal hinstellen. In einer uneinsehbaren Abfahrt zu irgendeinem Dörfchen, abwärts und genau im Bereich einer nicht angekündigten Bodenwelle, während irgendeine Flüssigkeit am Motor runterläuft. Im Schieben ist meine Freundin nicht so fit, aber immerhin buchsiert sie ihre Maschine schonmal an meiner vorbei etwas weiter die Straße runter. Ich denk nur: Wenn sie die da stehen lässt, kann es gut sein, dass meine Maschine ihre mit auf den Weg die Straße runter nimmt, wenn wir Suzi aus dem Graben befreien. Aber bitte?!

Der Mittellinienfahrer und ich wuchten dann Suzi hoch, was echt ein Kraftakt ist, da sie mit den Rädern deutlich höher liegt als mit dem Rest. Meine Freundin wird sie auffangen. Ich richte mich schonmal geistig und krafttechnisch darauf ein, dass ich sie selbst vom tiefer gelegenen Graben aus halten muss. Suzi hat einen vollständig andere Massenverteilung als ihre eigene Maschine, die zudem auch noch mit massig Griffmöglichkeiten ausgestattet ist. So schnell wie möglich bin ich auf der linken Seite von meinem Bike, um es nach unten rollen zu lassen. Der Niederländer versteht nicht, dass ich das Bike über die Kupplung dirigiere und zerrt ständig an der Vorderradbremse. Was für ein Chaot. - Aber ich sage nix. Immerhin hatte er Kräfte genug, sie mit mir vorne am Lenker hochzuheben. Ich versichere ihm, ich lasse mein Motorrad nicht mehr fallen, ich will sie nur vernünftig hinstellen und dann verabschiedet er sich auch ganz schnell.

Nachdem ich die rechten Verkleidungsschrauben gelöst habe, um die Grasbüschel und den Dreck abzuzupfen und insbesondere die Spannung in einem fetten Riss in einem Verkleidungsteil heraus zu bekommen, fahren wir vorsichtig weiter. Die Lenkung ist super, aber optisch passt was nicht. Das Bike ist voll fahrtüchtig, wie ich feststelle, aber der Lenkungsdämpfer sitzt "anders". An der nächsten Waldwegkreuzung, wo genau Platz ist, sie im Kreis zu schieben halten wir und finden dann auch den Auslöser der ganzen Plastikverspannungen. Nochmal alle Schrauben raus, ordentlich alles hin- und her gezuppelt und dann sieht die Lenkung auch optisch wieder ganz okay aus.

Weiter geht es in Richtung Edersee. An dem Tag waren wir übrigens alles in allem hinterher 8 Stunden unterwegs! Meine Freundin wunderte sich dann auch noch, dass ich die ersten uneinsehbaren Kurven jetzt so langsam nehme. - Hahaha! - Aber die Panik vor Gegenverkehr hat sich dann nach einigen Kurven doch wieder normalisiert und ich kann ihr auf den normal asphaltierten Strecken ohne Verkehr davon fahren, während sie Meisterin der Huckelpisten ist.

Bei diesen vier Tagen ist Suzi dann übrigens auch noch ganz unvermittelt auf die linke Seite geknallt. Meine Freundin war mit ihren ebenfalls kurzen Beinen bis auf 50 cm dicht zum Parken an mich heran gefahren. Das ist nämlich viel effizienter!

Während ich also gerade ordentlich "parken" will, fängt sie an zu schreien: "Mist, ich kann die Maschine nicht halten! Ich krieg den Seitenständer nicht rauuuuuuus!" - Nun ebenfalls von der Panik erfasst, am Ende zwischen beiden Bikes zu liegen, springe ich von Suzi beinahe ab, um meine Freundin zu retten. Den Absprung verkraftet dann mein Seitenständer nicht und sie knallt ungebremst nach links. Dass der Spiegelrahmen dabei bricht, bemerke ich erst vier Tage später, als das Sauerland erstmal wieder weit, weit hinter mir liegt.

Auf der Rückfahrt fährt dann ausnahmsweise meine Freundin, die ja Sauerländerin ist, vorne. Und da sie sich anscheinend auch nicht so richtig auskennt, will sie irgendwann von einer Bundesstraße nach rechts abbiegen. In eine Kehre, in ein Dörfchen namens "Kleinhuckelsberg". Erstens ist es die falsche Richtung, zweitens reicht mir einmal dort im Graben gelegen zu haben. Ich winke ihr wie blöde von hinten mit beiden Händen zu - und fahre weiter geradeaus bis zu einem Parkplatz mit Glascontainern, der groß genug ist um entweder auf sie zu warten oder ganz in Ruhe erstmal den Weg nach Hannover zu inspizieren. Sie gehört zu den Harten. Sie fährt die Kehre, kehrt unten nochmal unten um und kommt dann auch zum Glascontainer. Ist ja super, dass sie nicht wieder in der Kehre angehalten hat, denn wo hätte ich da parken sollen, um ihr beim Aufheben zu helfen :P

Nach den vier Tagen verkünde ich bei der Verabschiedung: "Ich glaube, ich muss mich jetzt erstmal wieder etwas entspannen. Ich denke, ich werde mal sehen, ob Suzi und ich nicht eine hübsche Fahrt nach Lüneburg unternehmen!!" (Für die, die es nicht wissen: Zwischen Hannover und Lüneburg gibt es zahlreiche gut geteerte Straßen mit herrlich weiten Bögen und wenn man die Herausforderung sucht, kann man zwischendurch immer mal wieder eine gerade Sandpiste befahren.)

Also echt, das war vielleicht eine Fahrt. Eigentlich sollte es in die Alpen gehen, aber wer weiß, wie wir dann zurück gekommen wären. Wahrscheinlich mit dem Abschleppdienst. - Das nächste mal nehme ich in jedem Falle ausreichend Panzertape mit!

Viele Grüße von Suzi und H-AJ

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27.09.2016, 19:26
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OH GOTT ... wie kaputt ist denn dein Moped nun?
Bilder im Dreck?

Alles Gute!

Gruß
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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Das Fotomachen habe ich dabei irgendwie total vergessen. Aber es wäre schon ein hübsches Bild gewesen. Und wenn wir erst die GroPro gehabt hätten :D Dann hätte ich das Ganze im Nachhinein auch nochmal "objektiv" anschauen können.

Tatsächlich ist nicht viel passiert. Die Dämpfer der Sturzpads sind platt und ich habe sie noch nicht erneuert, weil der Suzuki-Händler es nicht geschafft hat, sie zu besorgen (...).. Der linke Spiegel ist geklebt und die rechte Seitenverkleidung direkt vor der dritten Schraube gebrochen. Hält aber. Auf dem Foto, was dann am Edersee entstanden ist, ist fast nichts mehr zu sehen, da ich sie auch noch mit Tempo und Flaschenwasser etwas sauber geputzt habe.. Direkt unter dem Sturzpad ist der Riss, sonst nix außer Schrammen an der linken Soziusraste und Schrammen am Auspuffschoner. - Habe eben allzeit sehr gut gezielt :mrgreen:

Als ich dann doch nochmal beim Suzuki-Händler war, habe ich schnell an einer andern Gixxe den Lenkungsdämpfer befingert. Der ist tatsächlich so wie er ist. Also auch in Ordnung.

Ich liebe dieses Motorrad... wenn ich damit fahre :mrgreen:


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Beitrag Re: Mein Rennhobel (GSX-R 600 L1), äh - Autobahnmotorrad!
Ach herje, DAS nenn ich mal eine erlebnisreiche Tour.
Gute Besserung dem Hobel. :-)

Gruß
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