Unbeantwortete Themen | Aktive Themen Aktuelle Zeit: 12.08.2020, 09:33



Auf das Thema antworten  [ 9 Beiträge ] 
 Neu aufgelegt: H-AJs Zwergen-Ninja (Special Edition 2009) 
Autor Nachricht
Benutzeravatar

Registriert: 23.10.2010, 15:28
Beiträge: 309
Wohnort: Hannover
Ninja 250R?: ja
Beitrag Neu aufgelegt: H-AJs Zwergen-Ninja (Special Edition 2009)
Hallo,

die ursprüngliche Vorstellung meiner Zwergen-Ninja, die 2009 noch nicht ganz so klein war, wie sie heute ist, stand eigentlich im Vorgängerforum, welches uns dann aber von einem Tag auf den anderen wegen eines technischen Defekts verlassen hat. Also fasse ich alles zum bisherigen Sachstand noch einmal zusammen. Ursprünglich waren das mal viele kleine Schnippsel, aber wenn ich´s jetzt nicht nochmal aufschreibe, dann verändert sich die Geschichte immer mehr :)

Go.

Ich hatte schon früher schlechte Erfahrungen beim Führerscheinerwerb gemacht und so habe ich wirklich gewartet, bis ich meine bis dato insgesamt dritte Version meines Führerscheins so um ca. 9 Uhr am 31.07.2009 nach ca. 2,5 Monaten Fahrschule erfolgreich in Händen hielt. Gleich danach zog ich erst per Fahrschulmotorrad und anschließend dann dem eigenem Fahrrad los, um mir mein Motorrad zu kaufen. Welches, das wußte ich eigentlich schon und deswegen war es mir auch egal, dass mir die 750er Honda in der Fahrschule deutlich zu groß gewesen war und ich so "nur" den 34 PS-Führerschein auf einer volljährigen Suzuki GS500 erworben hatte. Der Maschine also, die sich mein zum Glück ebenfalls klein geratener und etwas jüngerer Fahrlehrer einst selbst als erstes Motorrad gekauft hatte.

Bis es zu dem Kauf kam, hatte ich jede Menge Vorüberlegungen getroffen, auch wenn es eigentlich die Ninja 250R war, weswegen ich den Motorradführerschein überhaupt - dann aber sehr spontan - in Erwägung gezogen hatte. Jedenfalls fühle ich mich immer besser, wenn ich zuest tausend andere Menschen mit abertausend vielleicht nicht ganz so wichtigen Fragen löchere, um dann hinterher meine einstige Spontanentscheidung in die Tat umzusetzen.

Die Frage, um die es dabei ging war, was für ein Motorrad ich mir denn kaufe. Nein, ein Anfänger sollte kein neues Motorrad kaufen! Also die Suzuki Gladius ist einfach wie für Frauen gemacht! Meinst Du nicht, dass bei Deiner Größe ein Chopper angebrachter wäre? - So ein Mist. Keiner schien bereits von der Baby-Ninja Notiz genommen zu haben. Da ich nur sehr wenige Bekannte habe, die sich überhaupt mit japanischen Motorrädern auskennen, brachte auch die Erwähnung "Ninja" keinen nennenswerten Erfolg - jedenfalls nicht in Zusammenhang mit Zweirädern. Den letzten Anstoß brachte dann womöglich eine wegfahrende ältliche 6er vor der Eisdiele. Rangieren ohne Aufwand, fast geräuschloses Anfahren! Genial.

So dauerte der ganze Motorradkauf auch wohl nur an die Viertelstunde. Das Angebot, mir einen preisgrünstigen Chopper auch nur anzusehen, lehnte ich dankend ab. Probesitzen auf der ER6-n (in Frage wäre nur die f gekommen), zeigte mir noch einmal deutlich, dass ich wirklich klein bin. Zwar kam ich mit den Füßen in etwa genauso gut auf den Boden wie bei der Suzi in der Fahrschule (also immer nur mit einem ganz runter), aber der Lenker war viel zu hoch - besonders als auch noch der niedrige Sitz drauf war. Das Motorrad kam mir vor wie ein mächtiger, unbeherrschbarer Riese. Zum Glück stand dann noch eine 250R im Schaufenster, so dass ich nur noch draufzeigen musste. Der arme Händler wirkte etwas besorgt - wahrscheinlich wegen dem sehr in der Nähe befindlichen Schaufenster und meinem Eifer mit zu kurz geratenen Beinen jetzt und sofort Probe sitzen zu wollen.

Dass ich bei meinem Alter auch nur 34 PS brauchte, erschien allen Anwesenden außer mir gleichermaßen unlogisch und dass ich gerade von der erfolgeichen Führerscheinprüfung kam und auch keine Ahnung hatte, wieviel mein neues Motorrad denn kosten dürfte, löste noch mehr Verwirrung aus. Als Alternative offerierte man mir zur Sicherheit noch ein tiefergelegtes und nagelneues 6er Geschoss, welches zur Abholung bereit stand. Ich habe keine Ahnung, wie Frauen sonst ein Motorrad kaufen, aber ich schien mich irgendwie atypisch zu verhalten. - Inzwischen haben wir uns aber alle aneinander gewöhnt.

Ca. 2-3 Wochen später konnte ich Möppi dann abholen. Es war der heißeste Tag des Jahres und meine größte Sorge war, gleich auf dem Hof durch einen gezielten Umfaller einen Dominoeffekt auszulösen. Dazu kam es aber nicht, und ich schaffte die erste Rechtskurve ohne größere Probleme. Nur das Einhalten der 6000 Umdrehungen war ziemlich schwierig, da ich nach dem zweiten mal Tanken in meinem Leben (das erste mal war ein Auto, bei dem der Tankdeckel klemmte) in ein paar Metern Entfernung gleich in Richtung Autobahnen abbiegen musste, um dem Stadtverkehr zu entkommen.

Mein neues Motorrad kam mir deutlich zutraulicher vor als die Fahrschulmaschine. Viel leichter zu lenken, viel langsamer und ohne irgendeine Neigung zu Wheelies. Außerdem hatte es eine viel bessere Straßenlage und sehr viel bessere Reifen (die IRC). Schöner war es natürlich auch, aber davon haben ja zunächst einmal vor allem die anderen etwas.

Der nicht motorradfahrende Gatte meiner besten Freundin, an sich ein ruhiger Vertreter seiner Art und an sich recht behäbig in Charakter und körperlicher Ausstrahlung, wirkte bei der Vorstellung, mich auf einem Motorrad zu sehen eher belustigt. Wie denn mein neues Motorrad aussähe? "Naja. Es ist eine Ninja." Damit konnte er erstmal nichts anfangen und ich musste ihm eine Beschreibung liefern. "Also eine Ninja ist so eine grüne Plastikrennsemmel..." Dem Ärmsten verschlug es die Sprache bevor er losprusten musste. "Du meinst so eine, wo die Typen seitlich hängen und über den Asphalt schleifen." - "Ja, so in etwa. Aber sie hat ja nur 34 PS..." - "Die kann das also nicht?" - "Doch, doch. Die schon, aber ich nicht." - "Sie hat wirklich auch SOLCHE Reifen?? Das ist doch verboten, oder??" Der Gute konnte sich irgendwie den ganzen Abend nicht mehr richtig erholen und es sich vor allem nicht vorstellen. Sein bester Kumpel hatte sich gerade mit Jeans auf einem leistungsstarken Hobel lang gemacht und ich hatte es mit meinen neu erworbenen Kenntnissen gewagt, irgendetwas von "Schutzkleidung" zu faseln. Erst als ich dann mal später mal meine Freundin besucht habe und er gesehen hat, das ich tatsächlich wieder abfahren konnte ohne dass irgendetwas schlimmes passiert und dass es wirklich so ein grünes Plastikding ist, wie er es schon befürchtet hatte, war er wieder einigermaßen der alte.

Die von vornherein angebauten Sturzpads von GSG Moto brauchte ich schon kurze Zeit nach dem Kauf.

Bild

Bild

Zwischendurch hatte es mich bei Messenkamp fast dahin gerafft, weil die Straße für mich und dem mir entgegen kommenden silbernen Mercedes einfach nicht breit genug war. Zum Glück brauchte der Mercedes weniger Platz als ich und der nette Fahrer konnte meinen ersten Frontalcrash bei einem Kilometerstand der kleinen Ninja von ca. 70 erfolgreich verhindern. Danach wurde ich deutlich vorsichtiger, fuhr jedoch unbesonnen einen sehr interessanten tiefergelegten Parkplatz an. Beim Verlassen und dem damit verbundenen Hochfahren samt sehr enger Rechtskurve packte mich dann die Panik und ich fand mich plötzlich unter der rechten Seite des Motorrads wieder. Der verbogene Bremshebel wurde dann kürzlich bei 17400 km doch noch in einen von Pazzo getauscht. Ebenso der noch vollkommen intakte Kupplungshebel. Die kleine Schramme am hinteren Auspuffende ist weiterhin unter ständiger Behandlung von WD40. Die Dämpferkappen für die Sturzpads gibt es bei GSG Moto im Dreierpack für ca. 15 Euro. Zwei sind noch übrig.

Um meine Balance-Fähigkeiten zu verbessern, fuhr ich vermehrt Feldwege, denn wenn ich meine Heimat besuche, ist es zwingende Voraussetzung, dass man auch auf Schotter und Grasnarbe zurecht kommt.

Bild

So ist meine Ninja wohl einige der wenigen, die immer noch gelegentlich als Soft-Enduro herhalten müssen. Anders herum habe ich aber auch gerne ein sauber aussehendes Motorrad und innerhalb kürzester Zeit montierte ich einen Skidmarx-Kettenschutz, der tatsächlich dafür sorgt, dass Feder, Heck und Fahrerin deutlich sauberer und trockener bleiben. Eine getönte MRA Scheibe kam auch noch dazu und verminderte die Windgeräusche am alten Schuberth-Helm deutlich. Damit Frau sieht, was die Stunde geschlagen hat, wurde die obligatorische schwarze Polo-Uhr mit römischen Ziffern (...) mittig auf den Lenker geklettet. Designtechnisch fand der dritte "fehlende" weiße Streifen seinen Platz.

Im Frühjahr 2010 machte ich dann, wie vom Fahrschullehrer empfohlen, einen ADAC-Einsteigerkurs in der Hoffnung, dort könne man mir auch etwas zum Tieferlegen von Motorrädern sagen und ob sie dadurch wirklich schlechter werden. Das bestätigte sich jedoch nicht und so kam ich nach kurz vor 6000 km im direkten Angesicht des wunderschönen Schlosses Schaumburg

Bild

gleich zweimal beim Anhalten und Aufsteigen - wieder auf die rechte Seite - zu Fall. Die Macken schaute ich mir vor Wut gar nicht erst an. Aufsteigen (neuer Versuch mit anderer Startposition), ordentlich Gas geben und weiter. Dass nun zusätzlich die Scheibe bis heute eine fette Schramme hat, ist ein zu verschmerzender Makel und der rechte Spiegel sah bestimmt einfach "schon immer" so aus. Um Klein-Möppi endgültig zu zeigen, wer Frau im Hause ist, habe ich sie gleich danach noch über einen Feldweg gejagd, bei dem ich mir auch nicht sicher war, ob ich den zu fahren schaffe oder nicht. Aber was ist schon groß der Unterschied zwischen zwei oder dreimal hinplumpsen an einem Tag? Das Feldwegfahren hat geklappt und dort ist dann auch das Avatar-Foto entstanden. Danach wurde Möppi zur Zwergenninja eingestampft und hat nach amtlicher Messung noch eine Sitzhöhe von 75 und eine Bodenfreiheit von max. 11 cm.

Kritische Situationen gab es danach im Hinblick aufs Umkippen zweimal im Sauerland auf einer nach links abschüssig konstruierten Kreuzung und auch im Leinebergland bei einer ähnlich angelegten Kreuzung, wo mir nur die Chance blieb, jetzt entweder blind zu fahren oder stehen zu bleiben und mich im Gewichtheben zu üben. Da ich die im Leinebergland regelmäßiger sehe (Freden? Sind das die, mit der verrückten Hochstraße über ihrem Bahnhof?), bin ich schon vorher am Überlegen wie ich da nun nach rechts auf die vorfahrtberechtigte Straße komme, falls ich dort anhalten muss. Zahlreiche Techniken sind möglich. Bei Regen allerdings blieb wegen zusätzlich wegrutschendem Hinterreifen nur noch der Ausflug über die Linksabbiegerspur. Im Trockenen bewährt sich eine elegante eng gefahrene Rechtskurve beim Anfahren der Kreuzung, so dass man nicht seitlich links, sondern fast in Abbiegefahrtrichtung hinten abschüssig steht. Mit passendem Helm und den Spiegeln kann Frau dann inzwischen sogar eine umsichtige Eule miemen.

Beim Abholen nach der Tieferlegung um 4 cm (bei ca. 6000 km) stieg ich wie bis dato immer, sehr vorsichtig auf, konnte aber eigentlich zu meiner Verwunderung gar keine Veränderung der Sitzhöhe feststellen. Ich musste wieder die Rechtskurve vom Hof fahren und sofort stand ein Strahlen in meinem Gesicht, denn die Straßenlage des Zwergen-Möppi hatte sich um Längen verbessert! Es ist also NICHT richtig, dass ein Motorrad sich automatisch schlechter fahren lässt, nur weil es tiefergelegt wurde. Schlaglöcher waren kaum noch wahrzunehmen und absolut zielsicheres Ansteuern einer Kurve ohne die geringste Wackeligkeit waren ab sofort möglich. Ich war echt begeistert und würde sie nicht wieder in die Alte eintauschen wollen. Dies ist schlichterdings auch gar nicht so einfach möglich, denn von den "Vorspannhülsen der Gabelfedern" fehlen 18 mm und der Seitenständer ist um 2,5 cm gekürzt. Auch das Federbein wurde auf meinen Wunsch hin um eins höher (für mehr Gewicht) gestellt.

Mittlerweile ist mir allerdings der Gedanke gekommen, dass durch die harte Beanspruchung auf den Hoppelwegen der Region Hannover, die Federung arg gelitten hat. Zwergen-Möppi geht mittlerweile ganz schön in die Knie, wenn ich mich drauf setze, aber vielleicht hilft ja als Notfallprogramm zunächst noch eine Diät für die Fahrerin, bevor dann zu technischen Maßnahmen (Wilbers?) gegriffen werden muss. Dazu kommt, dass ich mittlerweile wohl geübter im Balancieren bin und so auch mit der Originalhöhe auskommen könnte. Die Schwierigkeit am Anfang war vielleicht nichtmal so die fehlende Beinlänge als viel eher die Unfähigkeit korrekt einschätzen zu können, ob eine Stelle zum Anhalten überhaupt geeignet ist oder nicht. Ich bin das Ganze mit vor touristischer Zuversicht strotzender Fahrradfahrermentalität angegangen und mit der Erkenntnis geendet, das 178 kg doch schwerer zu halten sind als nur die üblichen 16 plus Täschchen.

Bei der 12000er Inspektion, die wohl auch wegen der Reifen etwas früher stattfand, gab es endlich vernünftige davon. Mit den IRC war es nur noch ein Schlingern gewesen, da ich auch häufiger bei Regen fahre.

Mit den Michelin änderte sich dann vor allen in diesem Jahr langsam aber unhaltbar der Spritverbrauch. Ich tanke eigentlich recht früh, weil mir der Sprit mitten in der Ödnis einmal fast ausgegangen wäre. Nur: heute muss ich generell 80-100 km früher tanken als auf den ersten 10000 km! Das mir nur keiner auf die Idee kommt, dies läge an der plötzlichen Gier eines älter werdenden Motors oder der Spritanbieter. Eher ist es eine Kombination aus Reifen mit (noch fast) bombigem Grip und der puren Gewöhnung an höhere Geschwindigkeiten und an ein lauteres Gewinsel des Motors.

Wenn auf einer fast geraden Landstraße 70 km/h steht, komme ich damit eigentlich wundervoll klar. Wenn dann allerdings ein "Achtung Kurve" Schild naht, sehe ich mich gezwungen, runter zu schalten und auf wenigstens 110 zu beschleunigen, damit man von der dann auch etwas hat... So lässt sich das zumindest nördlich von Hannover regeln und wieviel es dann tatsächlich war, sagt mir hinterher das GPS.

Im Süden ist es weitaus schlimmer. Besonders in der Kurvenfolge bei Lauenstein. Geschwindigkeitstechnisch hätte es nichts gebracht wegen vielleicht 200 m noch zu schalten, um dem roten Bereich zu entgehen, also muss Möppi wieder kurz- oder mittelfristig röhren und sehen, dass sie damit zurecht kommt. Außerdem ist es nicht möglich, beim Kurvenfahren ständig den Drehzahlmesser im Auge zu behalten. Laut ist es ohnehin. Wenn Ersatzmotorren nicht so schwer wären, hätte ich vielleicht auch schon einen bei eBay ersteigert. Gut finde ich, dass fast alle anderen so schöne laute Tröten spazieren fahren. Da braucht man keine Rückspiegel. Man hört ja trotzdem noch, wenn einer kommt.

Und genau damit beschäftige ich mich zur Zeit, denn die Gegend rund um Hannover kenne ich mittlerweile ganz gut. Zwar sind es hauptsächlich die kleinen Straßen und beim Verlauf von Autobahnen und Bundesstraßen tun sich navigationstechnisch große Lücken auf, aber wie kommt man mit 34 PS an einem Tag in weiter entlegene Gebiete? Bei einer durchschnittlichen Tour im Weserbergland steht am Ende des Tages eine mickrige "Moving Average" von 54-57 km/h auf dem GPS. Im Norden von Hannover sind es vielleicht 10-15 km/h mehr, da es dort auch sehr idyllische Sand- und Schotterstraßen, sowie befahrbare Fahrradwege gibt, die meist nur durch das übliche "Achtung! Straßenschäden!"- Schild angekündigt werden. Das vielleicht längste, was ich bisher non-stop (außer Tanken und Pipipause) gefahren bin, sind 436/459 km. Also mal eben 9 Stunden und gekommen bin ich trotzdem nur bis kurz vor Kassel und zurück. Ist die Nordsee weiter weg? Wie sieht es mit MeckPom aus? Sogar Gorleben war schon eine totale Knechterei. Da fehlte mir echt die Energie, auch noch kurz wenigstens die Elbe zu überqueren. So nach dem Motto: War mal kurz in Brandenburg. Irgendwie wurmt es mich noch immer ein bißchen, aber es gibt Schöneres als von Hannover nach Lüchow über Kreisstraßen aufzubrechen...

Überholen ist auch ein fortwährendes Thema. Dafür ist in der Regel immer noch zuerst ein Schlachtplan zurecht zu legen, der dann aber auch schon mal so aussehen kann: "Da fahr ich dochmal rechts ran und schaue mal genau nach, wo ich eigentlich bin!" Landwirte und Lohnunternehmer lassen sich gelegentlich auch hypnotisieren: "Ja, da vorne. Da vorne. Da vorne fährst Du gleich links ab. Ja, Du willst es!!!!" Aber am schlimmsten ist es auf der Autobahn.

Es scheint keine Regelung mehr zu geben, die Sattelschlepper auf 80 km/h bremst. Autos schießen mit 180 oder mehr an einem vorbei. Es ist eine Quälerei zwischen rechts und mitte, nebst den üblichen Schlaglöchern auf gerade diesen zwei Spuren. Sonntags ist die Welt in Ordnung, wenngleich auch gelegentlich trotzdem noch zu schnell. Mein persönliches Highlight ist immer noch die A7 aus der niedersächsischen Pampa dem Heidekreis, wo die vielen Schafe wohnen, in Richtigung Hannover. Ich versuche halb erfroren, mit letzter Kraft zu beschleunigen, als ich erkennen muss, dass die allen ernstes auf der rechten Spur von dreien mit 160 km/h unterwegs sind. (Nur so am Rande: erlaubt ist das auch in Deutschland bei Einfahrten nicht!) Notgedrungen fliege ich mit 140 (Tacho...) über eine kleine Grasnarbe auf den Standstreifen, bis eine Lücke kommt, die es mir ermöglicht, auf die normale Fahrbahn zu gelangen ohne sofort abgeschossen zu werden. Bei der nächsten Abfahrt habe ich mein Heil wieder auf einer Landstraße gesucht. - Gut sind Brücken. Da kann man schon von weitem sehen, wie die Dosentreiber heute wieder drauf sind. Aber wenn Bremsen meine einzige Option ist, dann ist es mir - immer noch - einfach zu gefährlich für die regulär angeblich schnellsten Straßen der Welt.

So habe ich dann nun, nach einem erneuten privat abgehaltenem "Motorradintensivtraining" (3000 km in 6 Wochen) meinen alten Plan wieder hervor gekramt. Die Ninja ist ein tolles Motorrad. Vor allem, weil es so gut zu meiner imposanten "Länge" passt und doch kein Chopper ist. Mit Heidenau-Reifen könnte man sie noch im Fast-Winter über holperige Matschwege bewegen und müsste sich dafür höchstens in den Nachbarlandkreis im Nordosten begeben. Auch für den Sackwald im Süden ist sie völlig in Ordnung. Selbst wenn die neue Fahrbahn dort jetzt viel einfacher zu fahren ist. Nur die bis auf den Boden gezogenen neuen Leitplanken im zum Teil rot-weißen Design lassen das ganze inzwischen etwas martialischer erscheinen, als es für 34 PS wirklich notwendig ist. So lange da aber noch keine "Dein Traum schwerelos bei 160 km/h"-Schilder stehen, fühle ich mich noch nicht untermotorisiert wie z.B. im Harz. Ganz cool ist es auf Alleen ohne Mittelstreifen und mit freier Sicht. Das sind wirklich meine Lieblingsstraßen und bei passendem Straßendesign und einem ungeübten Fahrer auf 120PS+ (es war eine nagelneue 636) vor einem, kann die Verfolgungsjagd immerhin bis zur nächsten Geraden weitergehen... Nun gut. Manchmal denke ich bei sehr schnell gefahrenen 70er Kurven, das Fahrwerk könnte ein klein wenig stabiler sein und die Bremse etwas besser zupacken ohne dabei diese gelegentlich quälenden Geräusche zu machen. Das war im Heidekreis, auf den Spuren einer eher schlecht gefahrenen 6er mit pink-weißem Ninja-Emblem, die dann zu meinem vollständigen Entsetzen vor der nächsten ordentlichen 85° Kurve abbremste, um in den nächsten Feldweg geradeaus zu fahren. (Nein, kein weiterer Soft-Endurofahrer, der übte nur die langgezogene Allee-Kurve mit schnellstmöglicher Geschwindigkeit. In der Region gibt es die nicht sehr oft.)

Der alte Plan von 2009 war es also, nach der 34 PS-Zeit noch ein weiteres Motorrad für den reinen Sommerbetrieb (z.B. April bis September) anzuschaffen. Und dieses Motorrad muss Strecke machen können, wirklich volle Autobahntauglichkeit besitzen und zugleich doch auch Land- und Kreisstraßen "spielerisch bewältigen" wie es in den Fachzeitschriften immer so schön heißt. Kein Endurofahren. (Also jedenfalls kein geplantes Endurofahren.) Solche Aktivitäten machen ja auch nur bei Regenwetter wirklich Spaß. Als ich letztens in der Lüneburger Heide unterwegs war, teilte sich die Straße. Links war die Fahrbahn, rechts gings pistenmäßig ab. Vor der Piste ein großes Schlammloch! Um ein Haar... Das einzige, was mich zurückgehalten hat war (gebremst, anvisiert und den Lenker fest im Griff hatte ich), dass mir schon leicht fröstelig war und ich mich fragte, wie ich patschnass zugesifft von oben bis unten noch bis nach Lüneburg und danach zurück nach Hannover kommen soll - auf der geplanten Strecke, die später dann tatsächlich noch Sandpiste und ausgebaute Fahrradwege umfasste. bevor ich auf den letzten 10 km auf der A2 von Osten kommend auch noch im Beinahe-Stau stand, nur weil ich in meiner Einfalt angenommen hatte, ich könnte dadurch die Heimfahrt auf den letzten Metern doch noch ein klein wenig zeitlich verkürzen.

Die nächsten Pläne für mein Zwergen-Möppi bestehen im Einbau einer LED-Rückleuchte und evt. neuen Blinkern vom Typ "Blade". Je nach winterlicher Motivation (und nur dann, wenn wir Schnee bekommen) käme noch ein neuer Kennzeichenhalter hinzu - aber da ist mir bisher noch kein wirklich hübscher untergekommen. Die verrottete alte Gummimutter und die irgendwohin versenkte neue unter der MRA Scheibe müssen auch noch gerichtet werden. Heizgriffe wären sicherlich für den ausschließlichen Nebensaisonbetrieb auch nicht schlecht, aber so weit ist es ja noch nicht. Auch wenn die Planungen nun wieder laufen. :dance1:

Viele Grüße von
H-AJ und dem Zwergen-Möppi

Folgende User haben sich bedankt:

_________________
Zu meiner Zwergen-Ninja

Zum blau-weißen Donnerhobel


21.10.2013, 20:14
Profil Karte
Benutzeravatar

Registriert: 23.10.2010, 15:28
Beiträge: 309
Wohnort: Hannover
Ninja 250R?: ja
Beitrag Re: Neu aufgelegt: H-AJs Zwergen-Ninja (Special Edition 2009
Auch zu meiner Zwergen-Ninja gibt es nach so langer Zeit noch eine Neuigkeit zu vermerken.Die LED-Rückleuchte habe ich ja schon vor einer Ewigkeit angebaut, aber das mit den Blinkern wird wohl erstmal nichts mehr. Für die Gepäckbeförderung hatte ich ja ein Eye-Case in Betracht gezogen. Dies aber auf einem zweiten Soziussitz anständig zu befestigen hat mich echt irre gemacht, weil sich das Plastik ständig verzog und ich die Bearbeitung nicht in der Nähe des Bikes machen konnte, sondern immer wieder hin- und herfahren musste, um Maß zu nehmen. Also liegt das Eye-Case immer noch ungenutzt herum und wenn ich etwas mitnehmen muss, kommt es in einen mit Zurrgurten verschnürten Rucksack.

Derzeit fahre ich soviel wie möglich auf dem Donnerhobel, der nun tatsächlich eine sehr gut zupackende Vorderbremse besitzt. Um die Ninja wettertechnisch zu schonen, wollte ich mit ihr eine kleine Runde drehen und sie anschließend erstmal in die Teil-Garage fahren, die über Winter für die Suzi gedacht ist. Also fahre ich ohne groß nachzudenken los, kommt auch keiner... kommt wieder keiner... und wieder nicht... Das ist ja schon an sich eine Seltenheit in Hannover. Aber weil ich so in Gedanken war, wo ich denn nun eine kurze Runde mit ihr drehen werde, wird dann doch vor mir eine Ampel rot und ich gehe mal eben auf die Bremse.

Aaaargh!!! - Puh. - Ich bestätige: eine 600er mit Doppelbremsscheiben bremst deutlich schärfer als eine Ninja 250R.

Bei der nächsten Inspektion bekommt sie vorne Stahlflex. Ich meine, wenn sie nun schon mit Iridiumzündkerze ausgestattet ist (ja, der Händler hat sehr verkaufsfreudiges Personal), dann ist Stahlflex auch kein Thema mehr.

Folgende User haben sich bedankt:

_________________
Zu meiner Zwergen-Ninja

Zum blau-weißen Donnerhobel


14.07.2015, 23:26
Profil Karte
Benutzeravatar

Registriert: 23.10.2010, 15:28
Beiträge: 309
Wohnort: Hannover
Ninja 250R?: ja
Beitrag Re: Neu aufgelegt: H-AJs Zwergen-Ninja (Special Edition 2009
Inzwischen hat meine Zwergen-Ninja 28900 km auf dem Tacho. Dieses Jahr durfte sie sich erholen, da ich zwischenzeitlich ca. 6000 km mit dem Donnerhobel unterwegs war. Erst diese Woche habe ich die Ninja wieder hervorgeholt und bin meine altbekannte Lieblings- und Vergleichstour durchs Leinebergland gefahren. Das war schon ein mächtiger Unterschied zur GSX-R!

Mit der Ninja fährt es sich regelrecht gemütlich. Sie läuft wunderbar leise und gleichmäßig. Sämtliche Hebel funktionieren leichter, Gänge zu schalten ist eher eine mentale Sache als ein praktisches Ziehen der Kupplung und Einlegen des neuen Gangs. Es knackt nix, es funktioniert einfach alles bestens!

Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann hätte ich gerne ein Bike, was sich so bedienen lässt wie die Ninja und eine derart großartige Kurvenlage hat wie die GSX-R!

Als wir auf den ersten "Raseabschnitten" des inzwischen sehr holprigen Parkurs angekommen sind, rutschte mir gleich in der ersten Kurve ordentlich der Hinterreifen weg. Da hatte ich wohl etwas zu flott zwei Gänge runtergeschaltet... Der größte Unterschied zeigte sich jedoch beim Herausbeschleunigen. Ich hatte den Drehzahlmesser gar nicht im Auge. Die Ninja lief "ruhig" und ich wunderte mich, warum wir denn nun gar nicht an Fahrt gewinnen! - Armes, armes Möppi. Ich wußte gar nicht, wie es wieder gutmachen sollte, weil ich sie vorher noch nie (versehentlich!) so in den roten Bereich getrieben habe. - Mit anderen Worten: ich habe mich sehr an das ca. dreifach höhere Drehmoment der GSX-R gewöhnt und auch an ihre dramatisierende Soundkulisse.

In den Kurven hatte ich stets das Gefühl, die Kurven vom reinen Prinzip her, schneller fahren zu können. Überall erschien mir ausreichend Platz zu sein, aber mit der Ninja scheine ich auch mehr Platz zu brauchen, weil ich oft nachkorrigieren muss. Insbesondere das Schalten und Bremsen lässt die Kurvenfahrt oft eher "ruckelig" erscheinen. Mir kommt es so vor als wäre ordentliches, präzises Kurvenfahren mit der Ninja tatsächlich deutlich komplizierter als mit der GSX-R, die im Vergleich ein absolut zuverlässig stabiler Kurvenfeger ist. Bei der GSX-R denkt man sich die Kurve und man fährt sie dann auch so. Das klappt mit der Ninja nicht.

Beim Abbiegen, bringe ich mich mit der Ninja in Position und "biege ab". Bei der GSX-R reicht es vollkommen, sich einfach entweder nach rechts oder links fallen zu lassen. Da sie ja sowieso nicht den Boden berührt, ist es auch vollständig egal, wie tief sie runter geht. Je weiter unten ich bin, desto weniger "Kraft" brauche ich, um das Abbiegen zu bewältigen. Dabei ist es egal, ob das Abbiegen im Stadtverkehr oder auf einer Landstraße passiert. Es funktioniert einfach bei jedem Tempo. Das ist mit der Ninja deutlich anders, denn mit ihr "biege" ich immer "ab". Also richtig mit Hinstellen und entsprechendem Lenken. Allerdings irritiert das "sich fallen lassen" mit der GSX-R die anderen Verkehrsteilnehmer. Sie kapieren einfach nicht, warum ich mit der GSX-R nicht "abbiege" und deswegen z.B. nicht um sie herum fahren will, wenn sie gerade blöd an ihren Teil der Kreuzung gefahren sind und ich nach links um sie herum muss. Mit der Ninja würde ich um sie herumfahren, da es kein bißchen stressig ist, mit der GSX-R sollen sie sich erstmal vom Acker machen, damit ich in die Kurve plumpsen kann.

Bei der Fahrt über holprige Straßen ist es mittlerweile um die Ninja-Federung nicht gut bestellt. Während die Gixxe solche Strecken mit stoischer Gelsassenheit meistert ohne, dass einem dabei allzu mulmig werden könnte, verzettelt sich die Federung der Ninja mittlerweile ins Undendliche. Die Federelemente scheinen es überhaupt nicht (mehr?) hin zu bekomme, angemessen ein- und aus zu federn. In Folge gibt es bei schneller Fahrt Schläge, wo es keine geben müsste bis ich dann letzten Endes wirklich deutlich vom Gas gehen muss, damit sich das ganze wieder beruhigt. Sie ist ein Heizeisen, aber nicht auf Holperpisten.

Eine der besten Eigenschaften der Ninja ist, dass ich sie viel leichter herumschieben kann als die GSX-R. Verfranse ich mich mal wieder und lande vor einem dann doch gesperrten Feldweg, so ist es in der Regel kein Problem, die Ninja aus einer misslichen Lage zu befreien und schiebender weise herum zu buchsieren. Mit der GSX-R bräuchte man in solchen Situtationen gefühlt einen Hebekran. Von daher ist und bleibt die Ninja das Expeditionsfahrzeug für Herbst und Winter. Der Tieferlegungshebel ist dabei gar nicht so schlecht, um die Verkleidung zu schützen, denn er sitzt tiefer als die Verkleidung... mein Grasnarbensammler.

Da die 30000er Inspektion sowie TÜV kurz bevorstehen, werde ich voraussichtlich die Heizgriffe anbauen lassen, um die Saison so weit wie möglich zu verlängern und wenn ich es nicht vergesse, erkundige ich mich auch mal wegen besserer Gabelfederelemente. Auch wenn die Ninja nicht so aussieht, kann man ihr bestens auf Sand und Schotter fahren, da wäre es nur folgerichtig, dass sie demnächst auch ein klein wenig besser mit Holperpisten zurecht kommt.

Folgende User haben sich bedankt:

_________________
Zu meiner Zwergen-Ninja

Zum blau-weißen Donnerhobel


04.09.2015, 20:25
Profil Karte
Benutzeravatar

Registriert: 23.10.2010, 15:28
Beiträge: 309
Wohnort: Hannover
Ninja 250R?: ja
Beitrag Re: Neu aufgelegt: H-AJs Zwergen-Ninja (Special Edition 2009
Heute war ein schwarzer Tag!! Ein ganz schwarzer... oder sollte ich besser sagen: ein echter grüner Tag?!?

So ganz genau weiß ich es noch nicht, aber ich weiß jetzt, warum man vorsichtig sein sollte, ein kleines Motorrad mit fast 30000 km auf dem Buckel als Schnäppchen zu kaufen. Die Ninja ist auf Herz und Nieren überprüft worden. Den gigantischen Rechnungsbetrag hat man mir auch schon mit vorsichtigen Worten und einer angemessenen Stimmlage per Telefon näher gebracht. Es war nicht so, dass mich das jetzt vollkommen unvorbereitet getroffen hat... Es war ja mein Wunsch, das Bike komplett zu checken und auf Vordermann zu bringen.

    Kettenkit neu (war absehbar)
    Lenkkopflager neu (ja, es war wirklich kaputt wie hier bereits ferndiagnostiziert)
    Simmerringe neu
    Ölwechsel
    Bremsflüssigkeit
    TÜV

Nachdem ich das bezahlt habe, muss ich wohl notgedrungen erstmal Ninja fahren, weil die weniger Sprit braucht als die Suzi 8-) Am Freitag werde ich dann voraussichtlich mein runderneuertes Möppileinchen abholen. Ich bin schon gespannt, ob ich mit ihr jetzt wieder genauer Kurven anvisieren kann! Nur übertreiben darf ich es nicht. Sie hat schließlich fast eine Wertverdopplung erfahren!!

Heizgriffe gab es übrigens keine, da meine Freundin bei ihrer Honda hat welche montieren lassen und das (bei einer anderen Werkstatt) allen ernstes mit >2 Stunden berechnet wurde. Wenn ich dann lese, dass die Heizgriffe bei einigen nur 2 Jahre halten, ist es das nicht wert, so etwas montieren zu lassen. Da kann man genauso gut "Heiz-Pads" mit Schrumpfschlauch über die Griffe ziehen, direkt an der Batterie anschließen und sämtliche Kontakte gut abisolieren. Das hat mir echt zu denken gegeben, dass diese Honda-Werkstatt bei ihr nichtmal die Griffe ordentlich nach Zündung angeschlossen hat, sondern einfach nur an die Batterie angeklemmt hat. Ich denke sowas krieg möglicherweise sogar noch ich hin. Vergisst sie das Abschalten der Heizgriffe, nuckeln die die Batterie leer. Sowas geht ja mal gar nicht - in meinen Augen.

Dieses Forum ist wirklich mein Merkzettel. Ich hatte ja - wie immer - Bedenken, dass der Vorderreifen den TÜV nicht mehr packt, aber es war - wie immer - was noch kein Slick ist, ist auch noch fahrbar! Ich werde einfach nicht weiter darüber nachdenken dass er seit ca. km 11800 drauf ist... Mein Möppileinchen... wartet vermutlich leise pfeifend in der Kälte!

Folgende User haben sich bedankt:

_________________
Zu meiner Zwergen-Ninja

Zum blau-weißen Donnerhobel


07.10.2015, 18:31
Profil Karte
Benutzeravatar

Registriert: 23.10.2010, 15:28
Beiträge: 309
Wohnort: Hannover
Ninja 250R?: ja
Beitrag Re: Neu aufgelegt: H-AJs Zwergen-Ninja (Special Edition 2009
Möppi steht kurz vor seinem Jubiläum: 7 km vor 30.000 km. - Puuh jetzt muss ich echt vorsichtig fahren, nach ihrem großen "Update".

Nächstes Ziel ist es, dass der Vorderreifen noch die 20000 voll bekommt. Da ich demnächst einige Male nur auf Bundesstraßen geradeaus fahre, sollte das hoffentlich noch klappen. Jetzt, wo so viele Blätter und Eicheln auf der Straße liegen, ist in Kurven sowieso Vorsicht geboten...

_________________
Zu meiner Zwergen-Ninja

Zum blau-weißen Donnerhobel


09.10.2015, 19:56
Profil Karte
Benutzeravatar

Registriert: 23.10.2010, 15:28
Beiträge: 309
Wohnort: Hannover
Ninja 250R?: ja
Beitrag Re: Neu aufgelegt: H-AJs Zwergen-Ninja (Special Edition 2009
Was für eine saublöde Idee, den Vorderreifen unbedingt 20000 km abnudeln lassen zu wollen! :? Heute musste ich partout auch noch einen extra-spitzen Stein anvisieren und der Reifen ist trotzdem noch okay. Ich fürchte, jetzt bekommt er evt. doch noch einiges an Kilometern mehr, denn wenn das so weiter geht, dann sitze ich Weihnachten nicht im Zug, sondern auf dem Möppi. Voluminöse Geschenke sind ohnehin völlig überbewertet und ich wäre ja im Traum nicht drauf gekommen, dass ausgerechnet der Weihnachtsurlaub sich als der Motorradurlaub schlechthin entpuppen könnte. Hoffentlich bleibt es so!!!

Wer hätte gedacht, dass ich am 19. Dezember noch meine übliche Weserberglandtour von > 220 km fahren kann und nicht mal auch nur halb erfroren zu Hause ankomme. Endlich zeigt mein unerlässliches Gasgeben Wirkung und wir haben 14 Grad und besten Sonnenschein :) Ich habe noch nie wegen Leuten gebremst, die ihren frisch gekauften Weihnachtsbaum über die Straße buchsieren und 5 km weiter wegen einem Anwohner, der mit dem Rasenmäher auch noch die gegenüberliegende Seite bearbeitet?!

Die Ninja lief willig und wenn mich nicht alles täuscht, dann sind die groben Rillen beim Steinbruch bei Lauenau ausgebessert worden. Kann aber auch sein, dass mit dem neuen Lenkkopflager nun das Geholper gar nicht mehr so auffällt. Okay, meistens bin ich an der Stelle schneller als heute, da ich eigentlich die genau eine Linie wiederfinden wollte, auf der keine Rillen sind.
Dateianhang:
19_Dezember_2015.JPG
Bei den Temperaturen hatte Möppilein auch keinerlei Probleme beim Beschleunigen, was ja sonst immer etwas arg zäh läuft, wenn es wirklich kalt ist.

Ich halte also fest: Nienstedter Pass, Messenkamp, Feuerwehrmann von Pohle Strecke, jedoch nicht über Schloss Schaumburg (da wäre es sicherlich matschig gewesen), dann nach Aerzen von dort nach Bad Pyrmont (super trocken!), Kleinenberg (dummerweise hatte ich zwei Autos vor mir. Der erste war ein Lipper, der in den Kurven fast stehen blieb, aber mit der Ninja kann man es nicht wagen, dort zu überholen - und schon gar nicht zwei Autos, die Stoßstange an Stoßstange hintereinander her fahren), Ottenstein (!!), Weserbrücke Heyen, Bessinghausen, Lauenstein, Dörpe, Eldagsen, Gestorf, B3 in Richtung Laatzen abgebogen und dann über die Hildesheimer (...), da die B3 vor Hannover aus dieser Richtung derzeit gesperrt ist. - Das Weserbergland war bis auf die Weihnachtsbaumkäufer und Rasenmähenden und bis auf Bad Pyrmont menschenler und die einheimischen Biker waren auch unter sich.

Noch einen schönen warmen Winter!!
H-AJ


Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Folgende User haben sich bedankt:

_________________
Zu meiner Zwergen-Ninja

Zum blau-weißen Donnerhobel


19.12.2015, 21:00
Profil Karte
Benutzeravatar

Registriert: 23.10.2010, 15:28
Beiträge: 309
Wohnort: Hannover
Ninja 250R?: ja
Beitrag Re: Neu aufgelegt: H-AJs Zwergen-Ninja (Special Edition 2009
Nie war die Anreise zu einem Weihnachtsfest entspannter - ebenso die Rückfahrt. Bin ich froh, dass ich nicht mit diesen ganzen Irren im Zug sitzen musste! Außerdem hatte ich so eine stichhaltige Begründung, dass ich nicht Riesenberge von Geschenken mit mir führe. Im neuen Jahr habe ich Möppi allerdings doch wieder ins Trockene gestellt. Auf immerhin über 11000 gefahrene Kilometern bin ich mit beiden Motorrädern in 2015 zusammen gekommen.

Das Birnchen der Nummernschildbeleuchtung war bestimmt schon seit ein paar 1000 km hinüber, aufgefallen ist es dann vor der Weihnachten-Rückfahrt, die zu den Autobahn-Bestzeit-Fahrten bei Dunkelheit gehörte - gefahren mit einem Vorderreifen, der immer noch 80 km bis 20000 braucht. Immerhin ist er durch das ganze Geradeaus-Fahren jetzt auch in der Mitte schön platt geworden :) Was mich irgendwie irritiert ist die Tatsache, dass die Birne für das Standlicht immer noch funktioniert. Es wäre dumm, wenn sie ausgerechnet zum Saisonstart erlischt.

Die Hinterradabdeckung ist inzwischen auch wieder so klapperfest wie eben möglich befestigt, ebenso der rechte Spiegel. Wenn der nervige Wind jetzt noch aufhört, kann ich Möppi eigentlich auch schon wieder rausholen, um LoneWanderer´s Kilometerstand hinterher zu jagen :) Zu meinem Leidwesen hat die Werkstatt den formschönen Kantenschutz der Scheibe verloren und ich habe natürlich keine Ahnung, wo ich die restlichen Meter aufbewahre. Das muss ein Zeichen sein! Aber mit dem komischen Gummiband gefällt sie mir einfach besser. Wenn ich es doch noch finde, befestige ich es mit Heißkleber...

_________________
Zu meiner Zwergen-Ninja

Zum blau-weißen Donnerhobel


01.02.2016, 18:39
Profil Karte
Benutzeravatar

Registriert: 23.10.2010, 15:28
Beiträge: 309
Wohnort: Hannover
Ninja 250R?: ja
Beitrag Re: Neu aufgelegt: H-AJs Zwergen-Ninja (Special Edition 2009
Bei 31798 km den Luftfilter ersetzt. Der alte dürfte schonmal bei ca. 6000 wegen beginnender Verschlammung gewechselt worden sein. Der jetzige war inzwischen ziemlich plattgedrückt und süffig - und ein länglicher Gummipröppel fand sich neben reichlich "Bodensatz" auch im Kasten. Das Nachschauen hat sich also gelohnt.

_________________
Zu meiner Zwergen-Ninja

Zum blau-weißen Donnerhobel


21.02.2016, 20:57
Profil Karte
Benutzeravatar

Registriert: 23.10.2010, 15:28
Beiträge: 309
Wohnort: Hannover
Ninja 250R?: ja
Beitrag Re: Neu aufgelegt: H-AJs Zwergen-Ninja (Special Edition 2009
Bei 31954 km gab es tatsächlich nach über 20000 km endlich den neuen Vorderreifen! Inzwischen ist der allerdings schon ganz gut eingefahren.

Ich bin jetzt wieder so ans Ninja-Fahren gewöhnt, dass ich Suzi noch gar nicht aus ihrem Verliess holen mag. Es ist echt schwierig, die Kilometer einigermaßen gerecht zwischen den beiden aufzuteilen, aber die Ninja-Reifen funktionieren bei Kälte einfach viel besser. Wenn ich erst wieder mit Suzi gefahren habe, dann bringt mich allerdings nichts zurück zur Ninja. Ja, ich weiß. Es ist klagen auf einem relativ hohen Niveau 8-)

Heute mussten wir zur Ottensteiner Hochebene hinauf (!) zwei "etwas" stärker motorisierte Kollegen verfolgen. Die arme, arme Ninja! Sie hatte auch noch darunter zu leiden, dass meine diesjährige Vor-Frühjahrsdiät nicht ganz so erfolgreich war, wie zunächst geplant. - Also die beiden waren definitiv nicht einzuholen, auch bei maximaler Belastung des Ninja-Motors. Ich bin zwar einigermaßen dran geblieben, aber zum Schluss kam kurz vor Ottenstein-City auch noch ein Trecker mit Überbreite direkt in einer Kurve und da waren sie dann vor mir endgültig entschwunden, weil auch noch dazu kommt, dass ich innerorts in der Regel nie zu schnell fahren mag. Ich bin nur froh, dass ich nicht auf Suzi gesessen habe. Manchmal ist es gut, wenn einem ein Motor die zu beachtenden Grenzen aufzeigt. Bergrunter wäre es sicherlich einfacher gewesen, allerdings schreckt mich diese enge Straße da noch immer. Es gibt wirklich keinen Platz für Fehler und ich hab letztes Jahr jemanden mit einer 1000er gesehen, der sich fast direkt vor meinen Augen lang gemacht hätte und die Maschine im letzten Moment eingefangen hat.

Heute war im Weserbergland allerdings auch allerhand los. Sämtliche Bauern waren am Ackern oder Gülle-Ausbringen. Dementsprechend sah es auf den Straßen aus.

Jemand hatte es in Sichtweite des Köterbergs in einer an sich unauffälligen Kurve mit einer roten GPZ direkt geradeaus in die Leitplanke geschafft - und das mit mäßigem Tempo. Zum Glück war er dermaßen frontal eingeschlagen, dass er selbst wohl "nur" einen eleganten Salto darüber hinweg gemacht hat. Er war jung an Jahren und die Knochen habens ausgehalten. Die Betroffenheit stand natürlich allen ins Gesicht geschrieben. Ich bin nur nicht drauf gekommen, dass das wirklich eine GPZ war, denn die sind ja relativ lang. Eigentlich!

Mitten im Wald kam mir dann noch ein Rudel Großenduro-Fahrer entgegen. Die waren irgendwie auch noch nicht ganz eingefahren, aber Möppi ist ja das Platz machen gewohnt und so haben wir halt nur noch unser rechtes Drittel des Fahrstreifens in einer Rechtsserpentine benutzt. Teilen kann schön sein!

Was allerdings ein paar Meter weiter zu sehen war, war weniger schön. Irgendjemand hatte zwei Gummi-Autofußmatten kunstvoll gerollt direkt quer auf die Fahrbahn drapiert. Ich denke nicht, dass die versehentlich genau so hingefallen sind. Also hab ich angehalten und sie erstmal weggeräumt, nachdem wir durch waren. Das Motorradfahren sollte mitten im Wald eigentlich keinen Menschen stören. "Anwohner" im eigentlichen Sinne gibt es dort nicht.

Bei den Kurven bei Bessinghausen war nichts los - bis auf Holzfällarbeiten. Es ist schon erstaunlich, dass ein einziger Holzfäller so einen lehmigen Schmier auf die Fahrbahn bringen kann, dass selbst 10 km/h noch zum Rutschen ausreichen, aber ich wollte nicht schon wieder absteigen und die Klumpen von der Straße sammeln... Immerhin waren die sehr gut zu sehen.

Zwischen Steinbruch und Lauenstein ist die Fahrbahndecke neu geteert. Irgendwie ist das für Möppi und mich ein wenig enttäuschend gewesen. Die Längsrillen waren jedes mal eine unendliche Herausforderung, auch wenn auf diese Rinnen vermutlich auch ein Teil von Möppis ehedem demoliertem Lenkkopflager zurückzuführen war. Die Passage fährt sich jetzt deutlich einfacher! Ob das wirklich ein Vorteil ist, wage ich zu bezweifeln, denn jetzt ist die Oberfläche zwar perfekt, aber der Dreck vom Steinbruch ist natürlich trotzdem darauf verteilt.

Folgende User haben sich bedankt:

_________________
Zu meiner Zwergen-Ninja

Zum blau-weißen Donnerhobel


09.04.2016, 23:43
Profil Karte
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Auf das Thema antworten   [ 9 Beiträge ] 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste



Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach: